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Typus. Holotypus, ♂, Washington, National Museum of Natural History. 3 Etiketten: „PANAMA: Barro Colorado Island 15-16 VII 1965 R. L. Dressler 305“ „Type No 70781 USNM“ „HOLOTYPUS Euglossa despecta Pe J. S. Moure 1966“. Exemplar in gutem Zustand.

Untersuchtes Material. 79 ♂♂ einschließlich Holotypus und 3 Paratypen. Beschreibung. ♂♂. Länge 10-11,5 mm.

Kopf. Zunge erreicht S2. Clypeusscheibe unregelmäßig, dicht punktiert, am unteren Rand verschwommen. Kiel des Clypeus uneinheitlich scharfkantig oder abgeflacht. Clypeusbehaarung weiß mit eingestreuten schwarzen Haaren. Clypeusscheibe ganz oder teilweise blau, in der oberen Mitte violett. Clypeusränder deutlich heller: grün bis hellgrün. Paraoculare Streifen geschlossen, selten offen. Vorderseite des Scapus 1/2 bis 3/4 weiß. Stirn dunkelgrün mit blauem Glanz.

Thorax und Abdomen. Oberseite des Mesothorax dicht punktiert. Punktierung des Scutellums etwas lockerer, besonders im Bereich der Depression, vorne kleinere, nach hinten wesentlich größere Punkte als am Thorax, mehr Mikropunkte als Punkte. Scutellumsdepression deutlich vertieft, auf 1/2 bis 3/4 der Länge. Behaarung auf Mesothorax: kurz und überwiegend schwarz, nur ganz vorne weiß. Auf dem Scutellum schwarz, deutlich kürzer und lockerer. Endbehaarung des Scutellums ganz weiß oder zur Mitte hin wenige schwarze Haare eingestreut. Thorax vorne blaugrün, seitlich und hinten heller, Scutellum hellgrün. Mesopleuren nach unten nur leicht aufgehellt. Propodeum ähnlich Scutellum.

Punktierung des Abdomens: T5 mitten deutlich größer und lockerer punktiert als T4 an den Seiten so wie T4. T6 lockerer als T5. Punktlose Mittellinie auf T5 meist vorhanden oder angedeutet, aber nur im unteren Drittel. Terga grün, nach hinten unwesentlich heller. Sterna grün.

Genital. Gonostylus dreieckig, etwas länger als 2/3 der unteren Valvenlänge (Abb. 15c, d). Beine. Posteriore Tibialbürste der Ti2 oval. Anteriore Tibialbürste deutlich zweigeteilt, proximaler Lobus größer als distaler. Distaler Lobus gleichseitiges Dreieck, proximaler Lobus langgezogenes gleichschenkliges Dreieck (Abb. 7e, 10e). Behaarung der Vorderseite der Mitteltibia überwiegend weiß. Samtfeld distal nicht verschmälert, abgerundet (hier blau schimmernd) (Abb. 9f).

Hintertibia. Dicht punktiert, zum distalen Rand hin meist nur leicht langgezogene Punkte, etwas mehr Mikropunkte als Punkte. Distale Spitze zugespitzt. Wimpern 2/3 der Basitarsusbreite. Hintertibia dunkelgrün, proximal mehr oder weniger hellgrün.

♀♀. Kein Material verfügbar.

Differentialdiagnose. Die ♂♂ von Eg. despecta sind denen von Eg. BB-1 sehr ähnlich. Besonders durch die ähnlichen Tibialbürsten können die Arten leicht verwechselt werden.

Die Unterschiede beider Arten und zu Eg. cordata, die in ihrer Färbung Eg. despecta sehr ähnlich sein kann, sind in der Differentialdiagnose von Eg. BB-1 aufgeführt.

Verbreitung. Fundorte des untersuchten Materials: Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela, Brasilien (Rondônia, Bahia, Maranhao), Peru, Bolivien (Abb. 19). Nach Ramírez et al. (2002) auch Guyana, Suriname. Nach Rebêlo & Moure (1995) Brasilien (Sao Paulo). Nach Nemésio (2003) Brasilien (Minas Gerais).

Blütenbesuch. Pollinarien an untersuchtem Sammlungsmaterial:, Gongora, Coryanthes flava. Einige Tiere wurden in Bolivien duftsammelnd an Coryanthes flava, Gongora sp. und Gongora cruciformis gefangen (H. Heider pers. Mitt.), in Venezuela duftsammelnd an Spathiphyllum (Araceae) und Coryanthes gernotii. Bestäuber von Stanhopea panamensis (Williams & Whitten 1983). Roubik & Ackerman (1987) berichten von ♂♂ mit Pollinarien von Dichaea panamensis, Coryanthes maculata, Gongora „quinquenervis” (Artenkomplex) und Sobralia sp., Dressler (in Ramírez et al. 2002) von Lycaste sp. sowie ♀♀ an Odontadenia sp. (Apocynaceae). Nach Whitten et al. (1993) duftsammelnd an verrottendem Holz.

Duftstoffköder. Eigene Beobachtungen: 2,3-Epoxigeranylacetat, Teebaumöl. Untersuchtes Sammlungsmaterial: überwiegend Cineol, weiterhin Eugenol, Methylsalicylat, (z)-2,6-Dodecadienolid, 2-Phenylethylacetat, p-Dimethoxybenzen, β- Ionon. Nach Pearson & Dressler (1985): häufig Cineol, selten Eugenol. Nach Williams & Whitten (1983) auch Skatol, Methylcinnamat, Vanillin und Benzylbenzoat. Nach Ackerman (1989) auch an 2-Phenylethylalkohol und β-Myrcene. Nach Whitten et al. (1988) an Ipsdienol.

Diskussion. In der Sammlung Moure, Curitiba befinden sich vier Exemplare aus Vilhena, Rondônia, Brasilien die als Holotypus und 3 Paratypen von „Eg. thysanophora Moure, 1987“, etikettiert sind. Dieser Name ist nicht verfügbar (nomen nudum), da er nie publiziert wurde. Bei allen vier Exemplaren handelt es sich um Eg. despecta (det. Bembé 2002).

Euglossa violaceifrons. Der Holotypus der als Eg. violaceifrons beschriebenen Art (aus

Brasilien, Sao Paulo, Cajuru) konnte leider nicht ausfindig gemacht werden. Nach der Beschreibung von Rebêlo & Moure (1995) soll er sich in der Sammlung Moure in Curitiba befinden. Dort konnte er jedoch nicht aufgefunden werden, im Gegensatz beispielsweise zum Holotypus von Eg. fimbriata, die in derselben Publikation beschrieben ist. Nach Moure (pers. Mitt.) befindet er sich in der Sammlung Camargo in Ribeirao Preto. Nach J. M. F. Camargo (pers. Mitt.) wird er dort jedoch auch nicht aufbewahrt. M. Rebêlo (pers. Mitt.) verwies wiederum auf die Sammlung Moure in Curitiba.

Da zur Beschreibung der Art kein weiteres Exemplar zur Verfügung stand, existieren auch keine Paratypen. In der relativ detaillierten Beschreibung mit den drei Abbildungen unterscheidet sich die Art in keinem Merkmal wesentlich von Eg. despecta. Es wird allerdings angegeben, dass sie keine Scutellumsdepression aufweist. Zwar besitzt der Holotypus von Eg. despecta aus Panama eine deutliche Scutellumsdepression, doch aus Bolivien liegen mir mehrer Exemplare von Eg. despecta vor, die nur eine verschwindend kleine Scutellumsdepression besitzen. Nach Silva & Rebêlo (1999) kommt die auch Art in Maranhao (Nordostbrasilien) vor. Freundlicherweise wurden mir von M. Rebêlo 4 ♂♂ aus dieser Aufsammlung zugeschickt, die sich ebenfalls alle als Eg. despecta herausstellten. Aus diesem Gründen wird die Art als Synonym von Eg. despecta betrachtet.

Prinzipiell kann es als sehr problematisch angesehen werden, innerhalb der Eg. cordata- Gruppe eine neue Art nur anhand eines einzigen Individuums zu beschreiben, da sich einerseits einige Arten extrem ähnlich sind, andererseits relativ große artinterne Variationsbreiten einiger Merkmale auftreten. Auf alle Fälle sollte eine derartige Art gegenüber den nächstverwandten Arten abgegrenzt werden, auch wenn diese bislang nur aus anderen Regionen bekannt sind.

Nach Ramírez et al. (2002: 23) ist Eg. violaceifrons auch bei Rebêlo & Cabral (1997) erwähnt. Diese Angabe ist jedoch falsch.