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Creación de valor, lealtad y satisfacción

CAPITULO II: ANÁLISIS DEL CLIENTE Y CREACIÓN DE VALOR

2.1 Creación de valor, lealtad y satisfacción

Fachhochschule Zwickau

Abstract: The transformation of the welfare state to a neoliberalistic state model is organized strictly

according to economic aspects. Economics and business administration are used to be the dominant paradigms. “Academic capitalism” will increasingly enter the doors of higher education. Universities more and more are implementing the instruments of public management. “Getting out most of the budget” is the new philosophy. The qualitiy of higher education may decrease significantly. The reqirements of the labour market and the employability of the alumni today seems to be defintely more important than the real relevance of higher education. Study programs have to be paid in our days, high potentials in this repect can get lost for the society. Thus, equality of opportunities is of eminent importance and actually no issue for any economic thought.

Key words: Welfare State, Neoliberalism, Higher Education, „Economization“, Public Management

EINLEITUNG: DAS BILDUNGSWESEN – EIN RIESIGER KUCHEN

Der Umbau vom Wohlfahrtsstaat zum neoliberalen Staat erfolgt unter strikt wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Auf der Makroebene läßt sich tatsächlich von einer „Ökonomisierung“ sprechen. Davon betroffen ist auch der Bildungssektor. Konsequent wird versucht, das Bildungssystem in einen Markt umzuwandeln. Dieses Vorhaben ist freilich auch sehr lukrativ: Jährlich werden weltweit 2.200 Mrd. $ für Bildung ausgegeben. Meist handelt es sich um öffentliche Gelder, die auch unter staatlicher Kontrolle stehen. Zunehmend streben nun auch private Bildungsanbieter nach ihrem Anteil am großen Kuchen. Mittlerweile flächendeckend kommerzialisiert sind im Bildungsbereich bisher praktisch nur Infrastrukturleistungen, wie etwa Reinigung, Bewachung und Verpflegung. Doch massiv verstärkt gelten die Geschäftsinteressen auch den Inhalten der Bildung.

AKADEMISCHER KAPITALISMUS

Das GATS eröffnet privaten Investoren auch entsprechende Möglichkeiten und Zugänge [1, 125ff]. Schon wird von der Entstehung und Gefahr eines „akademischen Kapitalismus“ gesprochen. Private Finanzierung wird so auch als Ausweg aus der ewigen Budgetmisere der öffentlichen Hand verkauft. Begleitend wird die chronische Unterfinanzierung des Staates systematisch gefördert. Propagiert wird konsequenterweise auch die dringende Notwendigkeit, die knappen Mittel „effizienter“ zu verwenden. „Getting out most of the budget“, an sich kein unvernünftiges Motto des Wirtschaftens, wird zum allgegenwärtigen Diktat. Die Instrumente des Public Management kommen zum Einsatz. Der staatliche Bildungsauftrag gerät dieserart unter Druck. Für den Staat wird das ohnehin stets „heiße Eisen“ Bildung mehr und mehr zur Last. Nahe liegt unter solchen Umständen das Bedürfnis der öffentlichen Hand, solche Aufgaben auszulagern und an private Träger zu vergeben. Dabei wäre der Staat – obwohl of ein schlechter Organisator, Verwalter und Koordinator von gesellschaftlichen Interessen – hier wirklich in der Pflicht, nicht alles aus der Hand zu geben. Einmal geschehen, schlägt fortan die Stunde des Kapitalverwertungsinteresses. Der hehre Bildungsauftrag, vielleicht gar noch in Humbolt´schem Geist, ist bestenfalls nur mehr sekundär. Wo privates Kapital verwertet wird, geht es immer um andere Kategorien: Rationalitätskriterien, Deregulierung, Flexibilisierung, Kostensenkung und größtmögliche Anpassung der Bedingungen an die Kapitalverwertungsinteressen. Zudem werden stets Sachzwänge geschaffen, um politische bzw. strategische Entscheidungen technokratisch rechtfertigen zu können. Kurzfristige Erfolge sind von größter Bedeutung, Nachhaltigkeit ist nicht das Thema.

Gerade im Bildungsbereich kann ausschließlich wirtschaftliches Denken fatale Folgen haben.

VERBETRIEBSWIRTSCHAFTLICHUNG UND SELBSTÖKONOMISIERUNG

Die „Verbetriebswirtschaftlichung“ [2, 320ff] führt zum Entstehen von „Quasi-Märkten“, künstlichen Anreizsystemen sowie Wettbewerb und Konkurrenz. Gedacht wird in den Maßstäben der Wirtschaft. Schon in der Terminologie manifestiert sich das: Gesprochen wird von der „unternehmerischen Hochschule“, Studierende werden zu „Kunden“. Die Kaufkraft steuert jetzt die Angebote. Im Gefolge kommen die klassischen unternehmerischen Instrumente zum Einsatz: Dienstleistungskultur, Standardisierung, Finanzierungsmodelle, das Kosten-/Ertrags-Kalkül, Outputkriterien, ergebnisorientierte Mittelzuteilung, Controlling, Qualitätsmanagement, Leistungsbewertung (Evaluation) und

Benchmarking (Ranking). Standortfragen erlangen entscheidende Bedeutung. Bildung und Wissenschaftsprodukte werden zur käuflichen Ware, anstatt wie bisher ein wertvolles öffentliches Gut zu sein.

Die akademische Selbstverwaltung erodiert erheblich, die Gremien werden entmachtet. Die Herrschaft der Betriebswirtschaft und der Manager hält Einzug. Aufgrund des ausgeübten Drucks und der wirtschaftlichen Sachzwänge kommt es zudem zu einer – oft im vorauseilenden Gehorsam entstehenden – „Selbstökonomisierung“ [3] des akademischen und sonstigen Personals.

GESELLSCHAFTLICHE RELEVANZ VERSUS EMPLOYABILITY

Ein massives Problem im Sinne der gesellschaftlichen Relevanz und Nachhaltigkeit von Bildung ist der Umstand, daß sich das Angebot zunehmende an profitablen Inhalten orientiert. Das sind üblicherweise jene, die – am besten – kurzfristigen Erfolg am Arbeitsmarkt versprechen. „Employability“ ist dieserart allemal wichtiger als der Dienst am Gemeinwesen [6, S.49]. „Produziert“ werden sollen flexible und anpassungsfähige, das heißt möglichst billige und willige Lohnabhängige. In diesem Zusammenhang ist auch die recht intensive Diskussion über Investitionen in das „Humankapital“, übrigens ein reichlich zynischer Begriff, zu sehen. Dementsprechend willfährig fördert der Bologna- Prozeß auch vor allen die Anwendungs- und Arbeitsmarktorientierung. Vielfalt und Qualität, Komplexität und Individualität, Beratung und Betreuung sinken dramatisch.

Die Ansprüche an Bildung werden radikal reduziert, normiert und standardisiert. „Anti-Intellektualismus“ [5] wird zum Programm. Kritiker sehen längst eine Epoche der „Unbildung“ dämmern [7]. Freilich wird ein betriebswirtschaftlich gesteuertes Bildungssystem stets vorwiegend auf Kurzfristigkeit, Verschleiß und „Halbbildung“ ausgerichtet sein. Das Ergebnis mag bestenfalls ein akademisches Proletariat sein. Von einer Wissensgesellschaft kann so wohl kaum ernsthaft die Rede sein. Außerdem: Gerade der neue Anspruch, das Bildungswesen ökonomisch auszurichten, mag vordergründig zutreffen, wirklich ökonomisch wird die Ökonomisierung wegen der gesellschaftlichen Folgen, die sie mit sich bringt, nie sein können.

FAZIT: DER KAMPF UM DIE „BESTEN KÖPFE“

Die These scheint nicht allzu gewagt: Ein partizipatorisch-selbstverwaltetes Bildungssystem würde gesellschaftliche Aufgaben wesentlich besser erfüllen. Der öffentliche Zugang zu höherer Bildung ist so gesichert, die „besten Köpfe“ gehen dadurch nicht verloren, etwa weil sie die Kaufkraft für die teuren privaten Bildungsträger nicht aufbringen können. Dabei sind Begabung und Potential – das wird im „Rausch der Ökonomisierung“ sträflich unterschätzt bzw. übersehen – der wesentliche gesellschaftliche Faktor. Produktionsfaktor würden die Ökonomen dazu sagen, der wohl wichtigste im internationalen Standortwettbewerb. Chancengleichheit ist und bleibt in jedem Fall ein gesellschaftlich hochsensibles Thema. Zudem ist eine sinnvolle Bildungspolitik ohne demokratische Kontrolle nicht wirklich realisierbar.

Die mitteleuropäischen Gesellschaften sind traditionell geprägt von Bildung und Wissen. Gerade dieser Wert war stets der Erfolgsfaktor für ihren Aufstieg. Mit einer erodierenden Bildungspolitik und einem Bildungswesen, das sich praktisch im Zerfall befindet, wenn man mit anspruchsvollen und kritischen Maßstäben mißt, wird keine Gesellschaft möglich sein, die sich an kollektiven, emanzipatorischen Zielen orientiert und nicht nur am kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg [4].

QUELLEN

[1] Attac Schweiz (Hrsg.): Service Public – Perspektiven jenseits der Privatisierung, Zürich 2005. ISBN 3-85869- 302-2.

[2] GUBITZER, L. Wir zahlen, wir fordern – Kundschaft StudentInnen, in: Paolo Freire Zentrum/Österreichische Hochschülerschaft (Hrsg.): Ökonomisierung der Bildung, Wien 2005. S. 27-52, ISBN 3-85476-155-4.

[3] LIESSMANN K. P. Theorie der Unbildung, Wien 2006, ISBN 3-552-05382-4.

[4] KRAJŇÁKOVÁ, E.; VOJTOVIČ, S. O suštini „nove ekonomike“. In: Anali ekonomskogo fakulteta u Subotici. Subotica, 2006, Broj 16, s. 13-22.

[5] Prokla-Redaktion: Editorial – Verbetriebswirtschaftlichung, PROKLA 3/2007, S. 320-322, ISBN 978-3- 89691-348-7.

[6] VOJTOVIC, S. Governenz – eine neue Paradigma. In: Verwaltung Inovativ. Linz: Oldenburg, 2007.

[7] ZEUNER, B. Die Freie Universität Berlin vor dem Börsengang? Bemerkungen zur Ökonomisierung der Wissenschaft, PROKLA 3/2007, S. 325-350, ISBN 978-3-89691-348-7.

ADDRESS:

Prof. Dr. Herbert Strunz Ökonomische Fakulät Fachhochschule Zwickau Dr.-Fridrichs-Ring 2a D-8056 Zwickau Deutschland Tel.: 0049 / 375 536 Email: [email protected]

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