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Tedesco V Turismo

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Academic year: 2020

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Programma Tedesco

V Anno

Turistico

- Die Bedeutung Der Modalverben

- Hotelbewertungen

- Speisekarte

- Hamburg

- Sieben Schicksalsorte der Deutschen Geschichte

- Arbeit Am Flughafen

- 1949: Die Gründung der Ddr

- Nachkriegszeit

- Die Verfolgung Deutscher Juden Nach Machtübernahme Der Nazis

- Biografie Franz Kafka

- Entstehung Des Expressionismus

- Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)

- Hitlers Aufstieg Zur Macht

- Die Nationalsozialistischen Ideologie

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DIE BEDEUTUNG DER MODALVERBEN

Einführung

Die Modalverben können, wollen, müssen, sollen und dürfen verändern (modifizieren) die Bedeutung des anderen Verbs. Im Präsens Indikativ wird häufig möchten als Variante von wollen benutzt.

Beispiel: wollen/möchten = Wunsch Peter geht ins Kino.

Peter will (möchte) ins Kino gehen. = Es ist (nur) ein Wunsch, ins Kino zu gehen. (Es ist nicht sicher, ob er wirklich geht)

Beispiel: müssen = Notwendigkeit Peter macht die Hausaufgaben.

Peter muss die Hausaufgaben machen. = Peter (oder eine andere Person) meint, dass es notwendig ist, die Hausaufgaben zu machen

Beispiel: dürfen = Erlaubnis Peter geht zu der Party.

Peter darf zu der Party gehen. = Peter hat die Erlaubnis (von seinen Eltern) zu der Party zu gehen.

Beispiel: können = Fähigkeit Peter spielt Gitarre.

Peter kann Gitarre spielen. = Peter hat die Fähigkeit Gitarre zu spielen.

Beispiel: sollen = Rat Peter raucht weniger.

Der Arzt sagt, Peter soll weniger rauchen. = Der Arzt gibt Peter den Rat, weniger zu rauchen.

Diese Beispiele sind typische Bedeutungsvarianten der Modalverben. Die Bedeutungsvariation der Modalverben ist aber sehr groß. Teilweise überschneiden sich die Bedeutungen. Der Kontext einer Äußerung ist wichtig, um die Bedeutung zu verstehen.

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Übersicht: Die wichtigsten Bedeutungsvarianten der Modalverben können:

Fähigkeit: Ich kann schwimmen.

Möglichkeit: Im Bodensee kann man schwimmen.

Erlaubnis: Du kannst bis 24.00 Uhr bei der Party bleiben. (=dürfen) Höfliche Frage: Kann ich Ihnen helfen?

wollen:

Wunsch: Ich will im Sommer nach Italien fahren. Plan, Absicht: Wir wollen nächste Woche heiraten.

dürfen:

Erlaubnis: Du darfst mit deiner Freundin zu der Party gehen. Recht: Mit 18 Jahren darf man in Deutschland wählen. Höfliche Frage: Darf ich Ihnen helfen?

Moralische Pflicht (negativ): Man darf zu alten Leuten nicht unhöflich sein.

müssen:

Objektive oder subjektiv empfundene Pflicht: Ich muss die Präsentation für meinen Chef fertig machen.

Moralische Pflicht (nur positiv): Man muss alten Leuten helfen. Gesetzliche Pflicht: An einer roten Ampel muss man anhalten. Notwendigkeit: Der Patient muss sofort operiert werden.

sollen:

Empfehlung: Peter soll weniger rauchen.

Moralische Pflicht (positiv): Man soll alten Leuten helfen. Moralische Pflicht (negativ): Man soll Kinder nicht schlagen. Aufgabe/Auftrag: Ich soll für meine Oma Getränke kaufen. Direkte Aufforderung: Sie sollen aufstehen!

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HOTELBEWERTUNGEN

Hotelbewertungen nehmen vielen Urlaubern die Angst vor einer misslungenen Reise. Die meisten informieren sich auf diversen Hotelbewertungsportalen über die Sauberkeit, den Service und die Lage des Hotels. Wie ist das Essen? Was erwartet mich auf dem Zimmer und wie weit ist es eigentlich bis zum Strand oder bis ins Zentrum?

Fragen über Fragen, die in den kurzen, meist positiven Hotelbeschreibungen der verschiedenen Reiseveranstalter häufig nicht beantwortet werden. Welchen Seiten ihr diese Hotelbewertungen entnehmen oder wo ihr selbst welche abgeben könnt, wie diese funktionieren und wie seriös sie tatsächlich sind, das erfahrt ihr genau hier.

Hotelbewertungen auf Holidaycheck, Tripadvisor & Co.

Viele Urlauber kennen das Problem: Man sieht ein tolles Urlaubsangebot, der Ferienort passt perfekt und sogar der Reisezeitraum und der Preis stimmen. Nun stellt sich häufig noch die eine entscheidende Frage: Wie sieht es eigentlich mit dem Hotel aus? 4 Sterne ist schließlich nicht immer gleich 4 Sterne. Schnell beginnen die ersten von euch den Hotelnamen in einer Suchmaschine einzugeben, um möglichst viel über den Ruf des Hotels zu erfahren. Sobald ihr den Hotelnamen eingebt, erscheint in der Regel als erstes die hoteleigene Webseite, anschließend die ersten Buchungs- bzw. Hotelbewertungsportale, darunter holidaycheck.de, tripadvisor.de oder auch trivago.de.

Diejenigen von euch, die sich regelmäßig auf meinem Blog herumtreiben, werden bestimmt gemerkt haben, dass ich insbesondere eine der ersten beiden Webseiten wenn möglich immer in meinen Deals verlinke. Und das hat folgenden Grund: Bevor ihr ein Urlaubsschnäppchen bucht, sollt ihr darüber informiert sein, wo euch dieses genau hinschickt und was die bisherigen Besucher zu diesem Hotel sagen. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, dass die Bewertungen stets subjektiv sind, doch dazu gleich mehr.

Eure Meinung zählt – So funktionieren Hotelbewertungen

Nehmen wir als erstes das größte deutschsprachige Meinungsportal für Reise und Urlaub im Internet, holidaycheck.de, das mit dem Motto „Wer nicht checkt, reist dumm“ wirbt und laut Stiftung Warentest eines der führenden Bewertungsportale für Hotels ist. Oben rechts in der Suchmaske können Besucher den Hotelnamen eingeben, dieses auswählen und schließlich die Weiterempfehlungsrate sowie die einzelnen Meinungen zu diesem Hotel lesen. Wer selbst schonmal dort war, kann über den

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gelben Button „Dieses Hotel bewerten“ auch die eigene Bewertung abgeben. Dabei müssen die Reisedaten (Reisezeitraum, Aufenthaltsdauer, Urlaubsart etc.) angegeben und es müssen auf einer Skala von 1 bis 6 die verschiedenen Aspekte, wie etwa das Hotel im Allgemeinen, die Lage und Umgebung, der Service oder auch die Gastronomie bewertet werden.

Anschließend müsst ihr unten noch ein aussagekräftiges Fazit abgeben (mind. 100 Zeichen) und eurer Bewertung einen Titel geben. Danach folgen noch einige freiwillige Angaben und im letzten Schritt schließlich eure persönlichen Angaben. Fertig ist die Bewertung auf holidaycheck.de, die ihr über die Bestätigungsmail noch freigeben müsst und die hoffentlich – sofern ihr diese möglichst umfassend und ausführlich verfasst – vielen weiteren Nutzern bei ihrer Hotelauswahl weiterhelfen wird.

Ähnlich funktionieren die Hotelbewertungen auf tripadvisor.de, einer der weltweit größten Reise-Webseiten, die euch unter anderem anhand von authentischen Empfehlungen von Millionen von Reisenden die Planung und Buchung einer perfekten Reise ermöglicht. Über die Suchmaske könnt ihr zunächst euren Urlaubsort und dann die gewünschte Unterkunft wählen, zu der ihr oftmals sogar mehrere Hundert, wenn nicht sogar Tausend Bewertungen einsehen könnt. Über den grünen Button „Bewertung schreiben“ könnt ihr schließlich auch hier eine eigene, ausführliche Bewertung abgeben sowie auf einer Skala von 1 bis 5 einzelne Aspekte bewerten. Auch hier ist die Bewertung schnell und einfach abgeschickt und eine große Hilfe für andere Reisende. Besonders lobenswert ist auf beiden Seiten übrigens die Bild-Funktion, anhand derer Besucher ihre selbst gemachten Hotelfotos hochladen können, die den Hotelsuchenden häufig einen ersten Eindruck vom Hotel vermitteln.

Eine weitere Webseite, auf der ihr Bewertungen zu verschiedenen Hotels einsehen könnt, ist zum Beispiel die beliebte und weltweit größte Hotelsuche-Webseite trivago.de. Der Unterschied zu den anderen beiden Portalen ist hier allerdings, dass ihr direkt über die Seite keine eigene Bewertung abgeben könnt, da die Hotelbewertungen hier anhand des trivago Rating Index (tRI™) erfasst werden.

Das bedeutetet kurz gesagt, dass verfügbare Bewertungen von unterschiedlichen Quellen aus dem Internet gesammelt und mithilfe eines Algorithmus zusammengefasst werden. Neben den drei größten Portalen HolidayCheck, tripadvisor und trivago gibt es zudem auch noch Anbieter wie etwa expedia.de, bei denen ihr erst eigene Hotelbewertungen abgeben könnt, wenn ihr eines der Hotels tatsächlich besucht habt, ausgecheckt seid und einige Tage später per Mail eine Einladung zur Bewertung erhaltet.

Seriosität der Hotelbewertungen

Nachdem man sich nun mehrere Hotelbewertungen durchgelesen hat, von denen einige ganz schön unterschiedlich aussehen, stellt man sich natürlich die Frage, wie

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seriös die einzelnen Hotelbewertungen sein können. Kann man sich auf die Hotelbewertungen verlassen? Eine Sache steht fest: Sobald man selbst eine Bewertung abgegeben hat, diese nochmals per Mail bestätigt und freigibt, wird sie in der Regel nochmals vom Anbieter – meist erst von automatischen Computersystem, dann noch von mehreren kompetenten Mitarbeitern, so wird es zumindest prophezeit – geprüft. Die Anbieter sprechen daher in der Regel von geprüften, authentischen Bewertungen. Um Manipulationen vorzubeugen, werden die Bewerter mit auffälligen Kritiken von vielen Anbietern sogar nochmals kontaktiert und um einen Nachweis gebeten, der bestätigt, dass sie tatsächlich in diesem Hotel übernachtet haben.

Trotz der oftmals genauen Überprüfung anhand von Computersystemen aber auch von Menschen, sind viele Besucher allerdings immer noch skeptisch, was die Bewertungen angeht – insbesondere bei überdurchschnittlich guten Hotelbewertungen. Das kann man ihnen allerdings auch nicht verübeln, denn trotz Verifizierung von Seiten des Anbieters kommt es immer noch vor, dass einige manipulierte, teils auch sehr fehlerhafte Bewertungen veröffentlicht werden, was auch eine Untersuchung der Stiftung Warentest bestätigte, bei der nur eines von sieben Bewertungsportalen keine der fingierten Bewertungen veröffentlichte. Hilfreich kann hier häufig ein genauerer Blick auf die Anzahl der Bewertungen sein, auf den genauen Inhalt der Kritik – sowohl auf positive als auch auf die negative – aber auch ein Blick auf die unterschiedlichen Hotelbewertungsportale. So kritisieren einige Besucher auf dem einen Portal vielleicht den Pool oder die Sauna, die euch womöglich gar nicht interessieren, andere wiederum hätten beim Abendessen lieber fünf statt vier verschiedene Gerichte zur Auswahl. Wie bereits erwähnt, sind viele der Bewertungen sehr subjektiv.

Wichtig ist auch, auf den Sprachstil der Bewertung zu achten. Wenn dieser nämlich eindeutig nach einem Katalogeintrag klingt, kann man beinahe von einer professionell gefälschten Bewertung ausgehen. Darüber hinaus kann ein kurzer Blick auf das Nutzerprofil des Bewerters nicht schaden. Je anonymer ein Profil ist, umso skeptischer sollte man sein. Ähnlich sieht es bei der Länge einer Bewertung aus: Ist diese etwas länger gehalten, sind die Pros und Kontras ausführlich ausgelistet und wird das womögliche Probleme detailliert beschrieben, kann man davon ausgehen, dass der Bewerter Wert darauf legt, seine echten Erfahrungen mit den Lesern zu teilen. Ist die Bewertung hingegen kurz und knapp, ganz egal ob positiv oder negativ, kann es sein, dass der Hotelgast es einfach überspitzt dargestellt hat. Fakt ist, dass jeder Hotelbesucher seine eigenen, individuellen Kriterien hat, nach denen er urteilt, ob das Hotel etwas taugt oder nicht – und diese sollte man versuchen zu berücksichtigen.

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Hotelbewertungen – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wie ihr seht, gibt es unterschiedliche Hotelbewertungsportale, die es einem ermöglichen, sich genauer über ein Hotel zu informieren oder es sogar selbst zu bewerten. Dabei haben sie alle eine Sache gemeinsam: Jedem dieser Anbieter geht es in erster Linie darum, dass die Besucher den richtigen Eindruck zum jeweiligen Hotel erhalten, sprich dass es sich um hundertprozentig authentische Bewertungen handelt. Des Weiteren spielt die Vielfalt an Meinungen eine wichtige Rolle, da ihr nur aus möglichst vielen verschiedenen Bewertungen tatsächlich herausfiltern könnt, ob das Hotel euren Ansprüchen entspricht oder nicht.

Um den Gästen aber nicht nur die einzelnen Hotelkritiken aufzuführen und Tipps der Gäste weiterzugeben, sondern auch einige der besten Hotels vorzustellen, werden sogenannte Awards verliehen. So könnt ihr zum Beispiel beim Bewertungsportal tripadvisor.de den sogenannten tripadvisor Travellers Choice Award und das tripadvisor Zertifikat für Exzellenz vorfinden, auf holidaycheck.de ist es der Holidaycheck Award. Mit diesen Awards können sich Hotels auf der ganzen Welt rühmen, denn sie haben somit nicht nur viele positive Bewertungen, sondern werden auch noch zu einem der top Hotels weltweit gezählt.

Wer also nicht immer blind den Hotelbeschreibungen diverser Reiseanbieter vertrauen möchte, sollte durchaus nochmal einen Blick auf die verschiedenen Hotelbewertungen werfen, die ihr auf Bewertungsportalen wie beispielsweise holidaycheck.de oder auch tripadvisor.de finden könnt. Denn wie ihr bekanntlich wisst, ist Vertrauen gut, Kontrolle jedoch immer noch besser.

Oder habt ihr auch in diese Bewertungen kein Vertrauen? Gerne könnt ihr mir über eure Erfahrungen berichten, die ihr bisher mit unterschiedlichen Hotelbewertungen gemacht habt. Gibt es vielleicht sogar ein Bewertungsportal, das ihr unbedingt weiterempfehlen würdet?

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SPEISEKARTE

Eine Speisekarte ist eine Übersicht über die Produkte, Leistungen und Preise eines gastronomischen Betriebes.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird verkürzt von der Karte eines Betriebes gesprochen. Sie enthält normalerweise das Angebot an Speisen, Getränken (Speise- und Getränkekarte) sowie – soweit angeboten – vollständigen Menüs. Einige Betriebe legen separate Menü-, Getränke-, Eis-, Dessert-, Zigarren- oder Weinkarten aus.

Geschichte

Verzeichnisse von Speisen sind aus verschiedenen Epochen erhalten geblieben. Schon die sumerischen Tontafeln enthielten aufgelistete Speisen, und vermutlich hatten auch die Römer und alten Griechen schon ihre Speisekarten auf Wachstafeln oder Papyrus. Das älteste erhaltene Menü ist eine lange Liste von Lebensmitteln für das zehntägige Eröffnungsfest des königlichen Palastes in Kalhu im Jahre 879 v. Chr., woran 69.574 Gäste teilnahmen.

Menü- und Speisekarten, wie sie heute bekannt sind, kamen erst im 19. Jahrhundert auf, als die ersten öffentlichen Restaurants um 1770 in Paris entstanden. Die erste Speisekarte mit Preisangaben soll eine Erfindung des Wiener Gastwirts Josef Merina gewesen sein, der 1784 als erster seinen Gästen im Wirtshaus "Zum Roten Apfel" einen "Kuchenzeddl mit Tariffen" vorlegte. In Wien wurde 1884 sogar eine Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Speisekarte gefeiert.

Grundfunktionen

Die Speisekarte hat zwei Grundfunktionen zu erfüllen:

1. das Personal im organisatorischen Ablauf des Betriebs (Küche, Bar, Service) zu unterstützen

2. den Gast über Angebot und Preise zu informieren

In Text und Aufmachung spiegelt die Speisekarte meist den Anspruch der Küche und des angebotenen Gesamtkonzepts des Gastwirts.

Formen und Eigenschaften

Die Form der Speisekarte ist meist rechteckig, es gibt aber auch quadratische, runde, ovale sowie unregelmäßig geformte. Die Bindung der Blätter erfolgt typischerweise

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durch Kordeln, Schrauben, Klemmen, Kleben, Heften, Spiral- oder Ringbindungen. Die Größe variiert normalerweise von DIN A5 bis DIN A3, Sonderformen und -größen weichen davon ab. Eine Speisekarte besteht oft aus Umschlag oder Speisemappe und den Innenseiten.

Es sind verschiedene Umschlag- und Innenmaterialien, wie Karton, Papier, Kunststoff oder Leder, zu unterscheiden. Bei der Materialauswahl spielt die Haltbarkeit und die Möglichkeit der Reinigung eine wichtige Rolle. Die Speisekarte kann ebenso als Buch aufgemacht sein oder, ähnlich einer Zeitschrift oder Zeitung, aus einzelnen, gefalteten oder gebundenen Blättern bestehen.

Da das Vorhalten in kleiner Auflage gedruckter Speisekarten relativ kostenintensiv ist, sind manchmal Werbeanzeigen integriert. Teilweise beteiligen sich auch Dritte, wie Brauereien und Getränkelieferanten, an den Kosten.

Die Speisekarte kann auch auf andere Weise, z. B. im persönlichen Gespräch, über ein digitales Netzwerk oder in Form von Aufschriften auf Tafeln, Leuchtkästen, Plakaten, Spiegeln etc., präsentiert werden.

Speisekarte als Preisverzeichnis

Die Preisangabenverordnung schreibt in vor, dass der Gastwirt Preisverzeichnisse vorzuhalten hat. Diese sind „entweder auf Tischen aufzulegen oder jedem Gast vor Entgegennahme von Bestellungen und auf Verlangen bei Abrechnung vorzulegen oder gut lesbar anzubringen“. Bei Getränken, die in geeichten Gefäßen abgegeben werden, ist ferner das Füllmaß in ltr/ml anzugeben, auf das sich der Abgabepreis bezieht. Die Preise müssen Endpreise angeben, also evtl. Bedienungsgeld, Steuern und sonstige Zuschläge einschließen. Die gesonderte Ausweisung von Musikzuschlägen oder dem früher in Italien üblichen Zuschlag für Gedecke ist nicht zulässig.

Mindestens eine aussagekräftige Auswahl der Speise- und Getränkepreise ist neben dem Eingang der Gaststätte zur gut sichtbaren Einsicht für jedermann anzubringen.

Speisekarte als Verbraucherinformation

Mit seiner Speisekarte informiert der Gastwirt auch darüber, welche Lebensmittel er in Verkehr bringt. Dazu gibt es im Lebensmittelrecht, hauptsächlich niedergelegt im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, grundsätzliche Informationsverpflichtungen sowie Begriffsdefinitionen, die den Verbraucher vor Täuschung schützen sollen. Diese müssen im Inhalt der Speisekarte Beachtung finden und sind bei Zuwiderhandlung straf- oder bußgeldbewehrt.

Lebensmittelzusätze

Die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung behandelt in Inhalt und Bezeichnung sämtliche Zusatzstoffe, die in der Speisekarte durch Begriffsbeiordnung (wie „mit

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Farbstoff“, „enthält Geschmacksverstärker“) oder durch Fußnoten ausdrücklich gekennzeichnet sein müssen. Dies betrifft nicht nur die an den Gast abgegebenen Fertigprodukte wie Getränke, sondern besonders auch Zusätze in eingekauften Lebensmitteln, die weiterverarbeitet werden in die Gerichte auf der Speisekarte.

Der Gastwirt ist verpflichtet, sich Kenntnis über die Zusatzstoffe in diesen Grundprodukten zu verschaffen und diese wiederum in seiner Speisekarte auszuzeichnen, soweit sie wesentlicher Bestandteil seines Endprodukts geworden sind. Im Hinblick auf die Verbreitung von Allergien sollte der Begriff wesentlich dabei eher streng ausgelegt werden. Das fahrlässige Unterlassen solcher Kennzeichnungspflichten kann auch direkte Schadensersatzansprüche eines durch fehlende Deklaration geschädigten Kunden auslösen.

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HAMBURG

Hamburg ist ein Stadtstaat und ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Der amtliche Name geht auf die Geschichte Hamburgs als Freie Reichsstadt und als führendes Mitglied der Hanse zurück.

Hamburg ist mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern aus 183 Ländern die zweitgrößte Stadt Deutschlands nach Berlin und die größte Stadt in der Europäischen Union, die keine Hauptstadt ist. Die Metropolregion Hamburg hat über fünf Millionen Einwohner, im städtischen Ballungsraum leben rund 2,2 Millionen Einwohner. Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirkeund 104 Stadtteile gegliedert.

Der Hamburger Hafen ist einer der größten Umschlaghäfenweltweit und macht Hamburg zusammen mit seinem internationalen Flughafen zu einem der bedeutendsten Logistikstandorte in Europa. Aktuell wird ein Strukturwandel zu einem Kreativ-, Wissenschafts- und Finanzplatz angestrebt. Wirtschaftlich und wissenschaftlich ist die Metropole vor allem im Bereich der Spitzentechnologien wie der Luft- und Raumfahrttechnik, der Biowissenschaften und der Informationstechnik, sowie für die Konsumgüterbranche bedeutend. Hamburg hat eine in Mitteleuropa führende Medienlandschaft und Videospielbranche, ein wachsendes Startup-Ökosystemsowie eine dynamische Kultur- und Kreativszene. Der Bildungs- und Forschungsstandort Hamburg ist Zentrum mehrerer renommierter Bildungseinrichtungen, Institute und Forschungszentren.

Am 5. Juli 2015 wurden die Speicherstadt aus der Zeit der Industrialisierung und das angrenzende Kontorhausviertelvon der UNESCO als Weltkulturerbe in die Welterbeliste aufgenommen.Weitere bekannte Kulturdenkmäler sind das Rathaus und die markanten Hauptkirchen. Typisch für das Stadtbild sind Klinkerfassaden und viele Wasserlagen an den Flüssen Elbe und Alster sowie zahlreichen Fleeten und Kanälen. Europaweit bekannt sind auch der „Kiez“ als Vergnügungsviertel und Türöffner für Musiker und andere Künstler, sowie das Konzerthaus der Elbphilharmonie. Der Musicalstandort Hamburg ist der bedeutendste auf dem europäischen Kontinent. Hamburg verzeichnet ein verstärktes Wachstum im Bereich des internationalen Stadttourismus und gilt als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt.

Hamburg ist seit 1996 Sitz des Internationalen Seegerichtshofs(ISGH). Seit 2004 findet mit dem Hamburg Summit ein bedeutendes chinesisch-europäisches Gipfeltreffen statt. Im Juli 2017 fand in der Hansestadt der G20-Gipfel statt.

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Allgemeines

Die älteste urkundliche Erwähnung datiert aus dem 7. Jahrhundert. Durch seinen Vertrag mit Lübeck im Jahr 1241 wurde Hamburg einer der Gründungsorte der Hanse. Hamburg ist bedeutender Kultur-, Industrie- und Handelsstandort.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt zeigt sich in der Metropolregion Hamburg, einer der insgesamt elf europäischen Metropolregionen in Deutschland, der Stellung des Hafens als zweitgrößtem in Europa und als einer der wichtigsten Medienstandorte im deutschsprachigen Raum.

Mit 86 Millionen Tagesbesuchern und 12 Millionen Übernachtungen im Jahr 2014 ist Hamburg eines der gefragtesten Tourismusziele in Deutschland. Zu den Zielen der Besucher gehören die Hamburger Innenstadt samt Binnenalster, der Hamburger Hafen mit den St. Pauli-Landungsbrücken und der modernen HafenCity samt der Elbphilharmonie, St. Pauli mit der „sündigen Meile“ Reeperbahn, und weitere

bekannte Hamburger Bauwerke wie die historischen

Wahrzeichen Michel und Rathaus. Darüber hinaus sind Veranstaltungen wie der Hafengeburtstag, der Altonaer Fischmarkt, der Hamburger Dom und die Cruise Days mit der Parade der TraumschiffeAnziehungspunkte. Am weltweit bedeutenden Musicalstandort Hamburg werden Musicals wie beispielsweise Der König der Löwen und Das Wunder von Bern aufgeführt.

Hamburg hat über 60 Theater, mehr als 60 Museen und international bekannte Galerien wie die Hamburger Kunsthalle und das Bucerius Kunst Forum. Bedeutende Messen wie die hanseboot oder die Internorga finden regelmäßig statt. Neben den Fußballspielen des Hamburger SV und des FC St. Pauli, den Radrennen der Cyclassics Hamburg, den internationalen deutschen Meisterschaften im Tennis werden in Hamburg auch das Deutsche Derby sowie das Deutsche Spring- und Dressurderbyausgetragen. Des Weiteren findet jährlich der Hamburg-Marathon statt.

Geographie

Überblick

Hamburg liegt in Norddeutschland an den Mündungen der Bille und der Alster in die Unterelbe, die etwa 100 km weiter nordwestlich in die Nordsee mündet. Nahe dieser Mündung befindet sich der aus drei Inseln bestehende Stadtteil Neuwerk. An der Elbe erstreckt sich der Tidehafen etwa von der Veddel bis Finkenwerder, hauptsächlich auf dem Südufer der Norderelbe, gegenüber den Stadtteilen St. Pauli und Altona. Die beiden Ufer sind durch die Elbbrücken im Osten sowie durch den Alten und Neuen Elbtunnel verbunden. Das Land südlich und nördlich des Flusses ist Geest, höher gelegene Flächen, die durch die Sand- und Geröllablagerungen der Gletscher während der Eiszeitenentstanden sind. Die unmittelbar am Fluss liegenden Marschen wurden auf beiden Seiten der Elbe über

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Jahrhunderte von Nebenarmen der Elbe durchzogen und vom Flutwasser der Nordsee überschwemmt, wobei sich Sand und Schlick abgelagert haben. Inzwischen ist die Elbe beidseitig eingedeicht, Nebenarme wurden trockengelegt, umgeleitet, kanalisiert oder abgedeicht. Alte Deichanlagen erinnern in den Außenorten noch an die Zeit, als bei Hochwasser ganze Viertel unter Wasser standen. Höchste Erhebung ist mit 116,2 m ü. NN der Hasselbrack in einem Nordausläufer der Harburger Berge. Die Alster in der Innenstadt wurde schon seit dem Mittelalterzu einem See aufgestaut. Dieser teilt sich in die größere Außenalster und die kleinere, vom historischen Kern der Stadt umschlossene Binnenalster. Die Zuflüsse der Alster – wie die Alster selbst – sind im Stadtgebiet zum Teil kanalisiert. Sie sind zumeist von ausgedehnten öffentlichen Parkanlagen gesäumt. Die zahlreichen Fleete, Flüsschen und Kanäle der Stadt werden von fast 2500 Brückenüberspannt. Weithin unbekannt ist, dass sich auf der größten Flussinsel der Elbe, in Wilhelmsburg, einer der letzten Tideauenwälder Europas befindet.

Hamburg grenzt im Norden an Schleswig-Holstein und im Süden an Niedersachsen. Bis auf einige kleinere „Gebietsbereinigungen“, wie den Erwerb der Insel Neuwerk und von Flurstücken beim Stauwerk Geesthacht, bestehen die heutigen Grenzen der Stadt Hamburg seit dem Groß-Hamburg-Gesetz, das am 1. April 1937 in Kraft trat. Die Stadt ist nach Berlin sowohl hinsichtlich ihrer Einwohnerzahl als auch ihrer Fläche die zweitgrößte Stadt Deutschlands.

Südlich der Binnenalster liegt das historische Zentrum der Stadt. Der geographische Mittelpunkt von Hamburg in seinen gegenwärtigen politischen Grenzen soll ein Ort am Kuhmühlenteich im Stadtteil Uhlenhorst sein. Der nördlichste Punkt Hamburgs ist die Insel Scharhörn, der östlichste Altengamme, der südlichste der Krauel und der westlichste die Insel Nigehörn. Die größte Ausdehnung von der Stadt in Ost-West-Richtung beträgt 39,88 km und in Nord-Süd-Ost-West-Richtung 42,31 km.

Fließgewässer in Hamburg

• Elbe (Unterelbe) mit Norderelbe, Süderelbe, Köhlbrand, Reiherstieg, Rethe, Dove

Elbe und Gose Elbe

• Nebenflüsse der Elbe: Seevekanal, Bille, Alster, Flottbek und Este • Nebenflüsse

der Alster: Eilbek (Wandse), Osterbek, Goldbek, Isebek, Tarpenbek, Saselbek, Ro denbek, Bredenbek, Ammersbek

Exklaven

Zu Hamburg gehören die Nordseeinseln Neuwerk, Scharhörnund Nigehörn sowie der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, der 2011 zum Gebiet des Weltnaturerbes des Wattenmeeres der Nordsee hinzukam. Als Stadtteil

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Hamburg-Neuwerk gehören sie zum Bezirk Hamburg-Mitte, der deshalb nördlichster und westlichster Bezirk Hamburgs ist.

Klima

Hamburg liegt in der warmgemäßigten Klimazone und ist durch ein Seeklima geprägt. Aufgrund der durch vorherrschende Westwinde maritimen Einflüsse ist das Klima im Winter milder, im Sommer kühler als im östlichen Hinterland.

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 17,4 °C, der kälteste der Januar mit 1,3 °C. Temperaturen um die 28 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. An der Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel wurde ein Maximalwert von 37,3 °C (9. August 1992) gemessen. Das Klima ist ganzjährig feucht. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich 773 mm Niederschlag, an durchschnittlich 52 Tagen im Jahr herrscht Nebel. Im Winterhalbjahr kann es sehr stürmisch werden. Sprichwörtlich ist das Hamburger Schmuddelwetter.

Bevölkerungsstruktur Herkunft

Ende 2013 hatten 550.000 Einwohner einen Migrationshintergrund (melderechtlich registrierte Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit und zugleich ausländischer Herkunft), dies sind etwa 31 Prozent aller Einwohner Hamburgs. Die Zahl an Ausländern (melderechtlich registrierte Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit) bezifferte sich Ende 2012 auf 238.000 Einwohner. Ende 2012 wurden 197.000 Personen eingebürgert und 78.000 waren Aussiedler. Der Ausländeranteil betrug Ende 2013 13,2 Prozent. Vertreten waren 183 Staatsangehörigkeiten.

Von den Einwohnern ohne deutsche Staatsangehörigkeit kamen Ende 2012 51.799 Personen aus der Türkei, 20.635 aus Polen, 11.732 aus Afghanistan und 11.081 aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro.

Aus Mitgliedsländern der Europäischen Union kamen mehr als ein Viertel aller in Hamburg gemeldeten Ausländer.

Religionen und Weltanschauungen

Ende Dezember 2016 gehörten 26,2 Prozent der Bevölkerung der evangelischen Kirche an, 10,7 Prozent waren Mitglieder der römisch-katholische Kirche. Die Zahl der Evangelischen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, während die Mitgliederzahl der Katholischen Kirche etwas zugenommen hat.

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Hamburg ist seit der Reformation eine evangelisch-lutherisch geprägte Stadt. Der Rat der Stadt Hamburg unterzeichnete die lutherische Konkordienformel von 1577.

Durch seine Stellung als wichtige Hafenstadt war es aber schon lange offen für andere Konfessionen. So entstand hier zum Beispiel 1834 die erste deutsche Baptistengemeinde. In Altona wurde bereits 1601 die heute noch bestehende Hamburger Mennonitengemeinde gegründet. Auch für die Apostolischen Gemeinschaften ist die Hansestadt ein wichtiger Ort. Von hier aus erfolgte die Trennung der Allgemeinen Christlichen Apostolischen Mission von den katholisch-apostolischen Gemeinden und die Entwicklung zur Neukatholisch-apostolischen Kirche. Heute gibt es 16 Neuapostolische Kirchen in Hamburg, ebenso ist in Hamburg der Sitz der Neuapostolischen Kirche Norddeutschland. Hamburg ist außerdem seit 1995 Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Hamburg mit seinem Zentrum im Neuen Mariendom. Hamburg ist auch der Geburtsort der Jesus Freaks und der Flussschifferkirche, einem Kirchenschiff im Binnenhafen. Seit 1910 gibt es auch in Hamburg Jehovas Zeugen.

Die jüdische Gemeinde hat in Hamburg eine lange Tradition, die seit Ende des 16. bzw. Anfang des 17. Jahrhunderts mit der Besiedelung europäischer Juden begann und über die Jahrhunderte diverse Synagogen im Hamburger Raum entstehen ließen. Während der Novemberpogrome 1938 wurden die meisten Synagogen zerstört. Der 1611 gegründete Jüdischen Friedhof in Altona, auf dem sowohl von der iberischen Halbinsel eingewanderte Juden (Sepharden) als auch mittel- und osteuropäischen Juden (Aschkenasim) bestattet wurden, ist heute noch Zeugnis dieser über Jahrhunderte währenden Geschichte. Auf Grund seines Alters und der Anzahl an wertvollen Grabsteinen zählt der Friedhof zu den bedeutendsten jüdischen Grabstätten der Welt. Die Jüdische Gemeinde Hamburg ist heute mit ca. 3500 Mitgliedern eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Das Zentrum jüdischen Lebens der Stadt befindet sich rund um die Talmud Tora Schule am Grindel, im Bezirk Eimsbüttel.

Seit den 1960er-Jahren gibt es einen bedeutenden Anteil an muslimischer Bevölkerung. Am 22. Juni 1957 wurde in Stellingen mit der Fazle-Omar-Moschee die erste Moschee Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg von der Ahmadiyya Muslim Jamaat eröffnet. Auch asiatische Religionen sind in Hamburg in zunehmendem Maße vertreten. Die Anhängerschaft des Buddhismus besteht sowohl aus asiatischen Einwanderern als auch aus deutschstämmigen Konvertiten. Insbesondere die buddhistischen Richtungen Zen und tibetischer Buddhismus genießen eine gewisse Popularität.

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SIEBEN SCHICKSALSORTE DER DEUTSCHEN GESCHICHTE

Varusschlacht: Teutoburger Wald, Niedersachsen

Kurz nach Christi Geburt: Die Römer streckten ihre Hand nach Germanien aus. Doch der Cherusker Arminius hatte ein Bündnis zwischen mehreren Stämmen geschmiedet. Gemeinsam lockten die Germanen so drei römische Legionen in einen Hinterhalt und vernichteten sie. Folge: Die Römer verloren ein Achtel ihres gesamten damaligen Heeres und ließen fortan die Finger vom Land östlich des Rheins.

Spätestens im 19. Jahrhundert, zur Gründung des Deutschen Reichs, brauchte man eine nationale Symbolfigur. Eine fand man in Arminius, der nun als Herrmann bekannt wurde. So setzte man ihm ein großes Denkmal im Teutoburger Wald bei Detmold und stilisierte ihn zum Urgermanen. Dass er vielleicht eher ein Verräter war, da er in Rom aufgewachsen war und mit dem Gegner Varus sogar an einem Tisch gesessen hatte, störte dabei nicht. Auch nicht, dass bis heute keiner sicher sagen kann, wo die Schlacht überhaupt stattgefunden hat. Ein bedeutendes Ereignis für Deutschland war sie aber sicherlich.

Nahe Kalkriese gibt es heute ein Museum für die sogenannte Varusschlacht

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Kaiser Karl der Große: Aachener Dom, Nordrhein-Westfalen

Er war sicher kein angenehmer Genosse. Karl der Große rang den germanischen Stamm der Langobarden nieder, tötete tausende Sachsen und unterwarf die Bayern. Aber indem er das tat, schuf er das fränkische Reich, das sich über fast ganz Mittel- und Westeuropa erstreckte. Er war aber nicht nur ein Eroberer. Bildung war ihm wichtig und er setzte eine effektive Verwaltung ein. Außerdem verbreitete er das Christentum. Damit gilt er vielen als der Vater Europas.

Gegen Ende seiner Herrschaft verbrachte er immer mehr Zeit in der Stadt Aachen. Und hier, in einem aufwendig verzierten Schrein im Aachener Dom, liegen die Überreste dieses so wichtigen Herrschers.

Der Aachener Dom im Winter

Luthers Rückzugsort: Wartburg, Eisenach, Thüringen

Sie thront auf einem Berg hoch über der Stadt Eisenach in Thüringen. Die Wartburg ist eine der deutschen UNESCO-Welterbe-Stätten, und das zurecht, war sie doch so wichtig für die deutsche Geschichte. Denn zum einen übersetzte hier Martin Luther die lateinische Bibel in die deutsche Sprache und begründete damit den

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Protestantismus auf deutschem Boden. Später sollte die konfessionelle Spaltung der Deutschen ein Grund für den grausamen Dreißigjährigen Krieg sein.

Zum anderen fand an diesem Ort auch das Wartburgfest von 1817 statt. Dabei versammelten sich deutsche Burschenschaften und demonstrierten gegen Kleinstaaterei. Sie wollten einen gemeinsamen Nationalstaat. Der Traum sollte erst viel später in Erfüllung gehen. Doch begründete sich hier die Idee eines einigen Deutschlands.

Die Wartburg

Befreiung vom kleinen Franzosen: Völkerschlachtsdenkmal, Leipzig, Sachsen

Es war wohl die größte Schlacht des 19. Jahrhunderts und auch die wichtigste politische Entscheidung Europas. Am 16. Oktober 1813 stellten sich die Truppen Preußens, Österreichs, Russland und Schwedens gegen die Armee von Napoleon. 600.000 Soldaten trafen aufeinander, drei Tage dauerten die Kämpfe. Am Ende war Napoleon geschlagen und musste sich zurückziehen. Der Anfang vom Ende des großen kleinen Kaisers.

Hundert Jahre später gedachte man dieser Schlacht und weihte in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal – kaum ahnend, dass nur wenige Jahre später Kämpfe anstehen würden, die diese Schlacht mühelos in den Schatten stellen sollten. Der Erste Weltkrieg stand vor der Tür.

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Im Inneren des Völkerschlachtsdenkmals

Deutschlands erste Nationalversammlung: Paulskirche, Frankfurt, Hessen

Bisher war es nur ein Deutscher Bund, zu dem sich die vielen kleinen deutschen Staaten unter Einbeziehung von Österreich und Preußen geeinigt hatten. Doch die Menschen wollten mehr. Sie wollten eine Nation, und das im Zeichen von Liberalismus und Demokratie. Die Bürger wollten mitentscheiden. Die Monarchien dagegen wollten lieber das Rad der Zeit zurückdrehen, ihre Macht wiederherstellen. Dieser Konflikt entlud sich in der Deutschen Revolution – und zeitgleich übrigens in fast ganz Europa.

Am 18. Mai 1848 trat in der Paulskirche in Frankfurt die erste Deutsche Nationalversammlung zusammen. Es wurde eine Verfassung geschrieben, als Oberhaupt des Staates bot man dem preußischen König die Kaiserkrone an. Doch der lehnte ab und im Folgenden wurde die Bestrebungen der Revolution gewaltsam niedergerungen. Deutschland war ohne Demokratie. Noch.

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Die Paulskirche in Frankfurt

Symbol der deutschen Teilung: Checkpoint Charlie, Berlin

Noch heute spüren wir die Folgen der deutschen Teilung durch die Alliierten. Russen und Westmächte standen sich feindlich gegenüber, der Kalte Krieg zwischen Ost und West begann und Deutschland wurde zerrissen. In die Bundesrepublik Deutschland mit der Hauptstadt Bonn auf der einen Seite und die Deutsche Demokratische Republik mit Sitz in Berlin. Die Siegermächte hatten die Stadt aufgeteilt, auch wenn sie eigentlich im russisch besetzten Gebiet lag. Und so war der Westteil Berlins bald eine Enklave, umschlossen von der DDR. Die schottete sich ab, auch um die Flucht ihrer eigenen Bürger zu verhindern. 1961 machte die DDR endgültig dicht. Sie baute eine Mauer.

Und doch: Irgendwo musste es weiter Kontakt zwischen den Gebieten geben. So entstanden viele Übergänge, deren Namen heute noch berühmt sind. Die Glienicker Brücke diente zum Agentenaustausch zwischen Ost und West. Normale Bürger reisten meist über den Bahnhof Friedrichstraße. Und Diplomaten nutzen den Übergang am Checkpoint Charlie.

Hier steht noch heute das Mauermuseum, das übrigens schon kurz nach dem Bau der Mauer im Jahr 1962 entstand. Was einst Symbol der Teilung war, ist heute ein Besuchermagnet.

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ARBEIT AM FLUGHAFEN

Am Flughafen ist die große weite Welt zum Greifen nah: Tausende Fluggäste heben jeden Tag an den großen Airports in ganz Deutschland ab und machen sich auf den Weg in alle Länder der Welt. Asien, Amerika, Afrika, Australien, Neuseeland sind Sehnsuchtsorte, die Lust auf Urlaub machen. Daher ist es kein Wunder, dass viele Menschen von der Arbeit am Flughafen träumen.

Auch der Abschiedsschmerz und die Wiedersehensfreude machen Flughäfen für Reisende und Angestellte zu ganz besonderen, sehr emotionalen Orten.

Jeder Airport beschäftigt Mitarbeitern in den unterschiedlichsten Bereichen: Im Service, im Sicherheitsbereich am Boden, in den Duty-Free-Shops, in Restaurants & Bars, an Snack-Ständen, in der Luftsicherheit, in der Abfertigung und zahlreichen weiteren Bereichen.

Vor allem die Luftsicherheit ist für viele ein hochspannender, attraktiver Bereich; allerdings müssen hier auch, besondere Anforderungen erfüllt werden, um am Flughafen Arbeit zu finden.

Lesen Sie hier, welche Berufe es in der Luftsicherheit und in anderen stark nachgefragten Bereichen gibt und durch welche Tätigkeiten sie sich auszeichnen.

Flughafen ist die große weite Welt zum Greifen nah: Tausende Fluggäste heben jeden Tag an den großen Airports in

Arbeit am Flughafen im Bereich Luftsicherheiteder Airport beschäftigt Mitarbeitern in den unterschiedlichsten Bereichen: Im

Arbeit am Flughafen im Bereich Luftsicherheit

Die Luftsicherheit ist an jedem Flughafen von besonderer Bedeutung; schließlich geht es hier um die Sicherheit der Fluggäste, sowohl am Boden als auch in der Luft. Unfälle und Zwischenfälle verhindern, reibungslose Abläufe garantieren, Gepäck und Passagiere kontrollieren und verbotene Gegenstände aufspüren - all das zählt zu den Aufgaben der Luftsicherung.

Für die Arbeit am Flughafen sind in diesem Bereich Berufe wie die Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände (Luftsicherheitskontrollkraft) oder der Luftsicherheitsassistent maßgeblich. Neben dem direkten Sicherheitsbereich sorgen zahlreiche weitere Mitarbeiter für entspanntes Reisen. So ist auch der Ramp Agent für die pünktliche Abfertigung der Flüge verantwortlich.

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Luftsicherheitskontrollkraft

Die Sicherheitsstandards an den internationalen Flughäfen ändern sich ständig; die Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände (Luftsicherheitskontrollkraft) muss somit nicht nur stets auf dem aktuellen Stand der Bestimmungen sein, sondern diese auch durchsetzen.

Berufsbild der Luftsicherheitskontrollkraft

Abwechslungsreiche Aufgaben und eine hohe Verantwortung zeichnen die Arbeit der Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände aus. Die Voraussetzung dafür ist eine Ausbildung, die in der Regel über eine dreimonatige Schulung mit anschließender behördlicher Prüfung erworben wird. Ein Schulabschluss ist für diese obligatorisch, darüber hinaus müssen die Bewerber über eine bereits abgeschlossene weitere Ausbildung verfügen. Verlangt wird außerdem, dass die zukünftigen Kontrollkräfte Deutsch auf Muttersprachenniveau sprechen sowie zumindest über Grundkenntnisse der englischen Sprache verfügen. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, ein höfliches, gepflegtes Auftreten sowie die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten im Schichtdienst sind weitere Voraussetzungen für diese Arbeit am Flughafen.

Die tägliche Arbeit der Luftsicherheitskontrollkraft

Die Kontrolle von Flugpersonal sowie deren Reise- und Handgepäck und auch mitgeführte Waren gehört zu den Aufgaben der Luftsicherheitskontrollkraft. Diese erfolgt an den Airports zum einen durch Scan-Systeme, darüber hinaus werden auch direkte Durchsuchungen vorgenommen. Deshalb ist auch die Auswertung von Röntgenbildern, sowohl von Personen als auch von Gepäck, essenzieller Bestandteil des Berufsbildes.

Zukunftsaussichten und Chancen

Der Bereich der Luftsicherheit ist am Flughafen maßgeblich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Zuverlässige Kräfte werden dort immer gesucht. Der Beruf Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände hat somit gute Zukunftschancen und auch eine interne Karriere ist durchaus möglich.

Luftsicherheitsassistent

Der Luftsicherheitsassistent nimmt im Prinzip dieselben Aufgaben wahr wie die Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände. Die Unterschiede zwischen dem Assistenten und der Kontrollkraft liegen darin, dass die Kontrollkraft in erster

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Linie das Flughafenpersonal vor Betreten der sensiblen Bereiche und auch in den sicherheitsrelevanten Bereichen kontrolliert. Das Aufgabengebiet des Luftsicherheitsassistenten ist eher auf Passagiere und transportierte Waren fokussiert.

Berufsbild Luftsicherheitsassistent

Auch der Luftsicherheitsassistent ist für Passagierkontrollen, die Überprüfung und Überwachung von Reise- und Handgepäck, die Auswertung von Röntgenbildern im Zusammenhang mit dem Security-Check für Passagiere und Gepäck sowie für die gesamte Einhaltung der Sicherheitsstandards zuständig. Die Ausbildung dauert in der Regel rund drei Monate mit anschließender behördlicher Prüfung und befähigt dazu, im gesamten Sicherheitsbereich am Airport tätig zu werden.

Zukunftsaussichten und Chancen

Ähnlich wie die Luftsicherheitskontrollkraft bestehen auch für den Assistenten gute Zukunftsaussichten. Die Bereitschaft zum Schichtdienst muss für diese Arbeit am Flughafen ebenfalls vorhanden sein – dann steht der Karriereweg an den verschiedenen deutschen beziehungsweise europäischen Airports offen.

Ramp Agent

Der Ramp Agent agiert als Schnittstelle zwischen der Abfertigungsorganisation und verkehrsrelevanten Informationen. Er ist ständig aktuell über alle Veränderungen im Betrieb, über Verspätungen und Ladungen informiert und gibt diese Informationen an Stellen weiter, die damit wiederum den reibungslosen Betrieb gewährleisten. Insgesamt ist der Ramp Agent damit maßgeblich für die pünktliche Abfertigung der Flüge verantwortlich.

Berufsbild des Ramp Agents

Eine spezielle Ausbildung ist für den Beruf des Ramp Agents nicht erforderlich. Die Bewerber sollten allerdings stressresistent sein, stets den Überblick behalten können, ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringen und zu flexiblen Arbeitszeiten bereit sein. Ein Führerschein ist obligatorisch, zudem dürfen Ramp Agents keine negativen Schufa-Einträge haben.

Die täglichen Aufgaben des Ramp Agents

Bevor ein Flug pünktlich starten kann, stehen zahlreiche Aufgaben an: Das Gepäck muss reibungslos verladen werden, aktuelle Wetter- und Verkehrsinformationen im Auge behalten werden, die Passagiere müssen möglichst schnell und ohne Stau einsteigen, die Crew erhält die Unterlagen mit den Fluginformationen. Um all das kümmern sich die Ramp Agents, die täglich für eine definierte Anzahl an Flügen voll zuständig sind.

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Zukunftsaussichten des Ramp Agents

Ramp Agents werden am Arbeitsmarkt gesucht, vor allem, weil der Luftverkehr nach wie vor boomt und immer mehr Flugzeuge von den deutschen und europäischen Airports abheben. Wer die Voraussetzungen erfüllt, findet somit einen sicheren Job, wodurch auch fachfremde Kräfte den Traum von der Arbeit am Flughafen verwirklichen können.

Gegenstände hat somit gute Zukunftschancen und auch eine interne Karriere ist durchaus möglich.ufgaben wahr wie die

Kontrollkraft für Personal und mitgeführte Gegenstände. Die Unterschiede zwischen dem Assistenten und der Kontrollkraft liegen darin, dass die Kontrollkraft in erster Linie das Flughafenpersonal vor Betreten der sensiblen Bereiche und auch in den

sicherheitsrelevanten Bereichen kontrolliert. Das Aufgabengebiet des Luftsicherheitsassistenten ist eher auf Passagiere und transportierte Waren fokussiert.

Flughafen Arbeit zu finden.

Lesen Sie hier, welche Berufe es in der Luftsicherheit und in anderen stark nachgefragten Bereichen gibt und durch welche Tätigkeiten sie sich auszeichnen.

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1949: DIE GRÜNDUNG DER DDR

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 beschlossen die Siegermächte Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion auf der Konferenz von Jalta in der Ukraine, das deutsche Staatsgebiet in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Zudem bekam jede Besatzungsmacht jeweils einen Teil der Hauptstadt Berlin. Das Ziel war es, den Nationalsozialismus zu beenden und die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen.

Schon nach zwei Jahren war das Verhältnis zwischen den Ost- und Westmächten gespalten. Die Sowjetunion verfolgte eine aggressive Politik und war bemüht die eigene Weltanschauung gen Westen zu verbreiten. Vor allem die USA verfolgten diese Entwicklung mit Misstrauen. Der Kapitalismus und der Kommunismus – beides schien unvereinbar. Bereits im März 1946 sprach der britische Premierminister Winston Churchill von einem "Eisernen Vorhang", der den Westen vom Osten trenne. Ein Jahr später beschlossen die USA mit dem Marshallplan den Kommunismus in Europa einzudämmen. Der Kalte Krieg begann.

Am 7. Oktober 1949 wurde die sowjetische Besatzungszone (SBZ) schließlich offiziell zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Das Gebiet umfasste die heutigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Sachsen sowie Ost-Berlin. Der neue Staat pflegte weiterhin eine enge Beziehung zur Sowjetunion, war aber nun ein eigenständiger Staat mit eigener Regierung und Wirtschaft.

Die Sowjetunion als Vorbild

Die DDR wurde nach sowjetischem Vorbild zum sozialistischen Staat erklärt. Das bedeutete etwa, dass sämtliches Privateigentum, vor allem Geschäfte und Unternehmen, aber auch Mietshäuser in staatlichen Besitz übergingen. Jegliche Produktion von Waren und Gütern wurde vom Staat kontrolliert.

Wie die Wirtschaft war auch die DDR-Politik zentral geregelt. Herrschende Partei war allein die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Diese ging auf Drängen der Sowjetunion aus einer Zwangsvereinigung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) hervor. Wilhelm Pieck (KPD) wurde erster Staatspräsident, Otto Grotewohl (SPD) Ministerpräsident.

Nach Verfassung waren neben der SED noch vier weitere Parteien zugelassen: die Christlich-Demokratische Union (CDU), die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD), die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) und die National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD).

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Nach außen hin schien es, als verfolgte jede dieser Parteien eine eigene politische Richtung. Sie hatten jedoch kein eigenes Parteiprogramm. Alle waren der SED unterstellt. Ihre eigentliche Aufgabe war es, systemkritische Bürger anzusprechen, also Bürger, die mit der politischen Ausrichtung der SED wenig anfangen konnten. Identifizierten sich diese stattdessen mit den kleineren Parteien, bekam die SED indirekt die Unterstützung, die sie haben wollte.

Diktatorische Staatsführung

Die SED war streng hierarchisch aufgebaut. Zu den unteren und mittleren Ebenen gehörten etwa Bezirks-, Stadt- und Gemeinderäte. Wichtige Ämter in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sicherheit gehörten zur Parteiführungsspitze, der Nomenklatura. Diese war das eigentliche Machtzentrum der DDR.

Zwar hatten alle Mitglieder der Partei das Recht, die Führungsspitze der SED zu wählen. Die Nomenklatura bestimmte jedoch, welche Kandidaten für die offenen Posten überhaupt infrage kamen. Die Mitglieder in den unteren Gremien hatten weder die Möglichkeit Kandidaten vorzuschlagen noch sich selbst als Kandidat zur Wahl zu stellen. Die Wahl war damit zwar möglich, aber stark eingeschränkt. Die Partei verlangte darüber hinaus von den unteren Gremien bedingungslose Parteitreue. Die Mitglieder mussten den Beschlüssen der Führungsebene zustimmen. Wer Widerstand leistete, wurde innerhalb der Regierung nicht geduldet.

Die Bürger in der DDR konnten die Politik des Staates kaum beeinflussen. Freie Wahlen gab es nicht. Jeder Wahlberechtigte erhielt einen Wahlzettel mit einer Liste, auf dem die Kandidaten der SED vorgestellt wurden. Wer einen Zettel unausgefüllt abgab, stimmte den Kandidaten zu. Es bestand die Möglichkeit, Kandidaten auf der Liste zu streichen und damit abzulehnen. Die Wahl war meist öffentlich. Jeder, der wollte, konnte sehen, ob ein Wähler der Liste zugestimmte oder nicht. Wer die Wahlkabine aufsuchte, machte sich mancherorts verdächtig. Die SED übte so Druck auf die Wähler aus.

Die Köpfe der Partei

Erich Honecker und Walter Ulbricht zählten zu den bekanntesten Politikern in der DDR. Ulbricht war von 1950 bis 1971 Generalsekretär der SED und damit mächtigster Mann im Staat. Sein Hauptanliegen war es, den Sozialismus in der DDR zu etablieren und zu festigen. Als Anfang der 1960er Jahre immer mehr Menschen das Land verließen und in den Westen gingen, musste Ulbricht etwas unternehmen, um die Menschen im Land zu halten.

Von ihm stammt zwar der Satz "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten". Der Mauerbau fiel dennoch in seine Amtszeit. 1971 musste Ulbricht zurücktreten, ihm fehlte die Unterstützung innerhalb der Regierung.

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Honecker löste Ulbricht ab. Er bemühte sich darum, die Beziehungen des Staates zum Rest Europas und den Vereinten Nationen zu verbessern. Auch das Verhältnis zur BRD besserte sich unter Honecker. An der Ideologie des Sozialismus hielt er fest, was die Beziehungen zum Nachbarn komplizierte. Trotz vieler Reformen gelang Honecker nicht, aus der DDR einen Staat mit stabiler Wirtschaft zu machen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs. Anhaltende Massenproteste zwangen Honecker am 18. Oktober 1989 schließlich zum Rücktritt.

Die verstaatlichte Wirtschaft war zu unflexibel

In der freien Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt. In der DDR war das anders, hier regelte der Staat die Wirtschaft. Die SED verstaatlichte die Industrie- und Handelsunternehmen. Agrarbetriebe wurden kollektiviert und zu Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammengeschlossen. Die Staatliche Plankommission (SPK) erstellte Fünfjahrespläne. Die Kommission hielt darin fest, wie viele Güter gebraucht wurden, um die DDR-Bürger zu versorgen.

Die Parteiführung entschied anhand des Fünfjahresplanes, wie viele Rohstoffe die Unternehmen für die Produktion brauchten, wie viele Arbeiter sie beschäftigen sollten und wie hoch deren Lohn zu sein hatte. Auch der Preis des Endproduktes wurde vorgegeben. Die Unternehmen mussten sich strikt an diesen Volkswirtschaftsplan halten. Das schränkte die Wirtschaft ein, sie war dadurch nur wenig flexibel. Änderte sich das Konsumverhalten der Bürger, konnte der Markt darauf nur langsam reagieren.

Fünf Pfennig für ein Brötchen, 18 Mark für Ananas

Viele Betriebe im Groß- und Einzelhandel sowie in der Gastronomie lagen in der Hand des Staates. Sie wurden von der Handelsorganisation (HO) oder der Konsumgenossenschaft betrieben. Der Staat subventionierte die Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie und garantierte eine Grundversorgung zu Fixpreisen. So kostete etwa ein Brötchen mehr als 40 Jahre lang fünf Pfennig. Nicht mehr, nicht weniger.

Produkte aus dem Westen und Importware wie Kaffee, Kakao und Bananen waren hingegen teurer als Grundnahrungsmittel und zudem seltener in den Geschäften. Läden wie "Delikat" oder "Exquisit" boten hochwertige Luxusartikel, Lebensmittel und Kleidung an. Die Preise dafür waren hoch. So bezahlten die Menschen für eine Dose Ananas mitunter 18 Mark, für ein Hemd 150 Mark.

In Intershops konnten die Bürger Westwaren kaufen, die in der DDR selten waren, darunter Schallplatten, Goldschmuck und Genussmittel. Zoll mussten sie dafür nicht bezahlen, sie bezahlten in D-Mark oder anderen Währungen Westeuropas. Auf Luxusartikel wie Elektrogeräte und Autos mussten die Käufer oft mehre Jahre warten. Die Wartezeit für einen Trabi lag bei bis zu zwölf Jahren.

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Trotz sorgfältiger Planung kam es immer wieder zu Versorgungsengpässen in der DDR. Besonders importierte Waren wie Südfrüchte, Kakao und Zucker waren oft nur in geringen Mengen verfügbar. Die Menschen mussten sich dann schon früh am Morgen in lange Schlangen einreihen und warten, um sie einkaufen zu können. Nicht selten waren die Waren ausverkauft, wenn sie endlich an der Reihe waren. Viele kauften daher gleich auf Vorrat. Auch Lebensmittel wie Brot und Fleisch waren hie und da schon kurz nach Mittag aus.

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NACHKRIEGSZEIT

Entnazifizierung und Nürnberger Prozesse

Die Großen Drei, der britische Premierminister Winston Churchill, der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt – und nach dessen Tod im April 1945 Harry S. Truman – sowie der sowjetische Diktator Josef Stalin entscheiden über das weitere Schicksal des Landes.

Sie setzen die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung in Gang und bestimmen die weitere wirtschaftliche und territoriale Entwicklung Deutschlands. Zu den vordringlichsten Aufgaben der Besatzungsmächte zählt die juristische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen und der Morde in den Konzentrationslagern.

Im November des Jahres 1945 beginnen in Nürnberg die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher. Vor dem alliierten Internationalen Militärgerichtshof werden 177 Personen angeklagt, darunter Reichsmarschall Hermann Göring, Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß und Außenminister Joachim von Ribbentrop. Von 24 zum Tode Verurteilten werden zwölf hingerichtet.

Die von den Besatzungsmächten durchgeführte Entnazifizierung der breiten Bevölkerung gelingt nur teilweise: Per Fragebogen und Anhörung soll entschieden werden, wer in welchem Maß an nationalsozialistischen Verbrechen beteiligt war. Bei diesen großflächigen Verfahren entgehen zahlreiche aktive Nationalsozialisten einer Verfolgung, umgekehrt werden auch vielfach Menschen belangt, die Opfer des NS-Regimes waren.

Von der Zone zur sozialen Marktwirtschaft

Das Leben in den vier Besatzungszonen entwickelt sich bereits in den ersten Jahren nach Kriegsende unterschiedlich. Mit Gründung der Länder und Durchführung von Kommunal- und Landtagswahlen wird in den Westzonen ein föderales System etabliert, während in der sowjetischen Besatzungszone ein zentralistisches Machtgebilde entsteht, das von kommunistischen Kadern gelenkt wird.

Mit der Parole "Junkersland in Bauernhand" werden über 7000 Großgrundbesitzer enteignet, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigene Betriebe (VEB) werden eingerichtet.

Alle Pläne der Alliierten, eine gesamtdeutsche Verwaltung zu schaffen, scheitern. In der unterschiedlichen Politik der Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien, der USA und der UdSSR wird der Grundstein für den Kalten Krieg und die spätere Teilung Deutschlands gelegt. Die gravierenden ideologischen Unterschiede zwischen

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den aufstrebenden Supermächten USA und UdSSR kristallisieren sich im Deutschland der Nachkriegszeit deutlich heraus.

Auf der Londoner Außenministerkonferenz kommt es zwischen den Westmächten und der Sowjetunion im Dezember 1947 endgültig zum Bruch. In der Folge verkünden die drei Westmächte am 3. Juni 1948 die politische Angleichung ihrer Zonen und schaffen damit die Grundlage für einen westdeutschen Staat.

Am 18. Juni wird mit der Währungsreform die Deutsche Mark in den Westzonen eingeführt. Jeder Westdeutsche erhält ein Kopfgeld von 40 D-Mark, Guthaben in Reichsmark werden im Verhältnis 1:10 eingetauscht. Im Zuge der Währungsreform verschwindet der Schwarzmarkt, allmählich füllen sich die Schaufenster wieder. Ludwig Erhard, zu dieser Zeit wirtschaftlicher Direktor der westlichen Zonen, verkündet die Soziale Marktwirtschaft.

Von der D-Mark zum Grundgesetz

Die Einführung der D-Mark führt zur Konfrontation mit Stalin, der bereits im März 1948 beginnt, die Zufahrtswege nach Berlin zu sperren. Nach der Währungsreform spitzt sich die Berlin-Blockade zu. Stalin möchte seinen Anspruch auf Berlin untermauern und hofft auf die Schwäche der Westmächte.

Fast ein Jahr lang werden die Westberliner über eine Luftbrücke mit dem Notwendigsten versorgt. 277.000 Mal fliegen die Rosinenbomber nach Berlin und schaffen über zwei Millionen Tonnen Lebensmittel in die Stadt. Am 12. Mai 1949 beendet Stalin die Blockade.

Er erkennt, dass eine Teilung des Landes und der Stadt Berlin nicht mehr zu verhindern ist, denn in Frankfurt arbeitet ein Parlamentarischer Rat bereits am Grundgesetz. 65 von den Landtagen gewählte Delegierte formulieren die Details einer Verfassung.

Unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer (CDU) und Carlo Schmidt (SPD) ringen die Politiker im Nachkriegsdeutschland um die Fixierung der grundlegenden Prinzipien für den neuen Staat. Am 8. Mai 1949 schließlich wird das Grundgesetz verabschiedet. Es tritt am 23. Mai 1949 in Kraft. Die Bundesrepublik Deutschland ist gegründet.

Die UdSSR reagiert auf die Entstehung der Bundesrepublik mit einer eigenen Verfassung für die sowjetische Besatzungszone und am 7. Oktober 1949 wird die Deutsche Demokratische Republik proklamiert. Die unmittelbare Nachkriegszeit endet mit der Teilung Deutschlands.

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DIE VERFOLGUNG DEUTSCHER JUDEN NACH DER

MACHTÜBERNAHME DER NAZIS

Die ca. 500 000 Juden, die in Deutschland lebten (ca. 0,77 % der Bevölkerung) bekamen schnell die Stärke des nazistischen Antisemitismus zu spüren. Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers und der NSDAP begann der Prozess des Ausschlusses der Juden aus der Gesellschaft, der Belästigung und Verfolgung. Auch wenn dies zu manchen Zeiten aus Gründen von Taktik und internationaler Politik geringer ausfiel, war das Ziel des Prozesses stets die Zerstörung der Juden.

Die Zeit direkt nach der Nazi-Machtübernahme war durch„spontane“ Verfolgung, insbesondere durch die SA gekennzeichnet, die in mehreren Orten Einschüchterungskampagnen betrieben und Juden tätlich angriffen. Die ersten Juden, besonders Immigranten aus Osteuropa, wurden in die Konzentrationslager geschickt. Im neuen Regime wurden fortwährend Dekrete betreffend die Juden erlassen, die ihre Freiheiten Berufe auszuüben, öffentliche Einrichtungen zu betreten etc. einschränkten. Viele dieser Erlässe wurden von den lokalen Autoritäten verabschiedet und viele deutsche Gemeinden stellten Schilder auf, die den Juden den Eintritt versagten.

Eines der Hauptbegehren aller antisemitischen Programme war die Verdrängung der Juden aus der Wirtschaft. Am 1. April 1933 verkündete das Nazi-Regime den Boykott jüdischer Händler, Handwerker, Anwälte und Ärzte, begleitet von intensiver antisemitischer Propaganda, die behauptete, dass der Boykott schlichtweg eine Reaktion auf die feindliche Einstellung ausländischer Juden gegenüber dem neuen Regime sei. Die Einhaltung des Boykotts wurde überwacht und von der SA und SS durchgesetzt. Am 4. April wurde der Boykott offiziell beendet, da sein Zweck erfüllt schien. Nach der ersten „revolutionären“ Phase der Verfolgung der Juden und deren Ausschluss aus der deutschen Wirtschaft, entschieden sich die Nazis aus Angst vor wirtschaftlichen Einbußen dafür umsichtiger zu agieren und übten ihre „Spontanmaßnahmen“ gegen die Juden etwas zurückhaltender aus. Dennoch hörte der Prozess der sozialen und wirtschaftlichen Ächtung der Juden nie auf, er wurde nur den Umständen entsprechend beschleunigt oder gebremst.

Unmittelbar nach der Machtübernahme wurden Künstler, Wissenschafter und andere bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens jüdischer Herkunft aus ihren Funktionen verdrängt. Viele von ihnen emigrierten. Von ihnen ist wahrscheinlich der Physiker Albert Einstein, Erfinder der Relativitätstheorie, der in die U.S.A. emigrierte, der Bekannteste.

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Man begann auch mit Anstrengungen Juden systematisch aus ihren Berufen zu verdrängen. Viele Anwälte, Ärzte und Universitätsprofessoren mussten ihre Arbeit aufgeben. Am 7. April 1933 wurde das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums verabschiedet, das es den Nazis erlaubte nichtarische, kommunistische und andere Beamte, denen sie nicht trauten, zu feuern. Das Ziel des Gesetzes war offensichtlich alle jüdischen Beamten zu feuern und auf seiner Grundlage wurden mehrere Tausend nichtarische Angestellte entlassen.

Während der gesamten Zeit nach der Machtübernahme durch die Nazis, wurde die deutsche Bevölkerung einer andauernden antisemitischen Kampagne ausgesetzt. Das Ziel war die Deutschen davon zu überzeugen, dass die Juden an der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der darauffolgenden Demütigung Schuld haben, und dass Deutschland erst dann wieder aufblühen kann, wenn man sich ihrer entledigt hat. Nazi-Propaganda behauptete auch, dass die Rassenreinheit gewahrt werden müsste und man auf keinen Fall die überlegene deutsche Rasse mit anderen Rassen, vor allem nicht mit der jüdischen, vermischen dürfe. Seit 1923 veröffentlichte der deutsche Gauleiter Julius Streicher das extrem antisemitische Magazin „Der Stürmer“, in dem brutale judenfeindliche Propaganda von pornographischen Elementen ergänzt wurde. Antisemitismus und Rassismus standen bei Kampagnen und in der Schule an der Tagesordnung. Ein extremes Beispiel antisemitischer Propaganda für Jugendliche war das Lehrbuch „Giftpilz“ (Text auf Tschechisch), herausgegeben von Stürmer, in dem den Kindern die gefährliche Natur der Juden anhand von Illustrationen und lebendigen Geschichten erklärt wurde.

Die Nürnberger Gesetze

Die Nürnberger Gesetze (Text auf Tschechisch), die am 15. September 1935 während des jährlichen Parteikongresses der NSDAP in Nürnberg verabschiedet wurden, wurden in Deutschland zur gesetzlichen Grundlage für den Ausschluss der Juden aus dem öffentlichen Geschehen. Das Gesetz zur Reichsbürgerschaft (Reichsbürgergesetz) legte fest, dass nur arische Deutsche oder Personen verwandten Blutes Reichsbürger sein könnten, während Juden zu Bürgern zweiter Klasse erklärt wurden. Das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre (Blutschutzgesetz) verbot Ehen und außereheliche Beziehungen zwischen Juden und Deutschen, die Beschäftigung von deutschen Dienern, die 45 Jahre alt oder jünger sind, in jüdischen Haushalten und das Hissen der Flagge durch Juden. Das dritte Gesetz (Reichsflaggengesetz) verbot es Juden die Reichsfarben (Fahnen) zu zeigen.

Von der ersten antijüdischen Maßnahme im Jahre 1933 an, beschäftigte die Nazi-Bürokratie die Frage, wer als Jude galt und welche Kriterien man erfüllen musste. Die Definition eines Juden, die in den Begleitgesetzen zu den Nürnberger Gesetzen verwendet wurde, war dahingehend bedeutend. Jemand mit zumindest drei jüdischen Großeltern galt als „Volljude“. Personen mit ein oder zwei jüdischen Großeltern galten als jüdische Mischlinge ersten oder zweiten Grades. Zu einer gewissen

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Kategorie entsprechend den Nürnberger Gesetzen zu zählen, spielte später eine wichtige Rolle bei der Einreihung in KZ-Transporte.

Trotz des undemokratischen Wesens des Nazi-Regimes und der Verabschiedung der Nürnberger Gesetze fanden 1936 die Winter- und Sommerolympiade in Deutschland statt. Die Nazis nutzten diese Ereignisse als Gelegenheit Propaganda für ihr Regime zu betreiben. Aus taktischen Gründen wurden während der Olympiaden judenfeindliche Slogans abmontiert und der Verkauf des extrem antisemitischen Magazins „Der Stürmer“ verboten.

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BIOGRAFIE FRANZ KAFKA

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 dem Ehepaar Hermann Kafka (1852–1931) und Julie Kafka, geborene Löwy (1856–1934) geboren, die beide bürgerlichen jüdischen Kaufmannsfamilien entstammten. Der Vater kam aus dem Dorf Wosek in Südböhmen, wo er in einfachen Verhältnissen als Sohn eines Fleischers aufwuchs. Später arbeitete er als reisender Vertreter, 1882 eröffnet er eine Großhandlung für Galanteriewaren (Kurzwaren und Modeartikel) in Prag. Julie Kafka gehörte einer wohlhabenden Familie aus Podiebrad in Mittelböhmen an, verfügte über eine umfassendere Bildung als ihr Mann und hatte Mitspracherecht in dessen Geschäft, in dem sie täglich bis zu zwölf Stunden arbeitete.

Die Mutter brachte drei Jungen zur Welt, von denen jedoch nur Franz als Erstgeborener das Kindesalter überlebte, und drei Mädchen: Gabriele, genannt Elli (1889–1941?), Valerie, genannt Valli (1890–1942?), und Ottilie „Ottla“ Kafka (1892–1943?). Die engste familiäre Beziehung hatte Kafka zu seiner jüngsten Schwester Ottla. Sie war es, die dem Bruder beistand, als er schwer erkrankte und dringend Hilfe und Erholung brauchte.

Kafkas Schwestern wurden später deportiert, vermutlich in Konzentrationslager oder Ghettos, wo sich ihre Spuren verlieren.

Da die Eltern tagsüber abwesend waren, wurden alle Geschwister im Wesentlichen von wechselndem, ausschließlich weiblichem Dienstpersonal aufgezogen. Im Hause der Kafkas sprach man zwar als Muttersprache Deutsch, mit dem Dienstpersonal sowie mit den Angestellten und Kunden im familieneigenen Unternehmen unterhielt man sich aber vorwiegend auf Tschechisch.

Während sich Kafka in Briefen, Tagebüchern und Prosatexten umfangreich mit seinem Verhältnis zum Vater auseinandersetzte, stand die Beziehung zu seiner Mutter eher im Hintergrund. Allerdings gibt es gerade aus der mütterlichen Linie eine große Anzahl von Verwandten, die sich in Kafkas Figuren wiederfinden, zu nennen sind hier Junggesellen, Sonderlinge, Talmudkundige und explizit der Landarzt Onkel Siegfried Löwy, der Vorbild für die Erzählung Ein Landarzt war.

Kindheit, Jugend und Studium

Von 1889 bis 1893 besuchte Kafka die Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt in Prag. Anschließend ging er, entsprechend dem väterlichen Wunsch, auf das ebenfalls deutschsprachige humanistische Staatsgymnasium in der Prager Altstadt, Palais Goltz-Kinsky, das sich im selben Gebäude wie das Galanteriegeschäft der Eltern befand. Der Besuch des Gymnasiums war ein Privileg, das er durch seine Position als

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