2.8 Dokumentation und Präsentation Tag für Tag sind in Büros, Betrieben, Unter- nehmungen, Verbänden und Vereinen Arbeits- ergebnisse zu dokumentieren und vorzustellen, Informationen und Problemstellungen aufzu- bereiten oder Entscheidungshilfen zu visuali- sieren, d. h. Informationen, Fakten und Daten sind leicht erfassbar durch Bilder und Texte darzustellen.
Bild 2.58:Kriterien des freien Vortrags
Eine Dokumentation und Präsentation ist im- mer zielgerichtet in Abhängigkeit von Ort und Anlass (situativer Kontext) zu erstellen (2.58).
Beachten Sie dabei:
– Verständlichkeit. Fremdwörter und Fach- ausdrücke müssen den Adressaten bekannt sein oder sind zu erläutern. Argumente und Erläuterungen sind logisch aufeinander zu beziehen und zu erläutern, ein roter Faden muss erkennbar sein. Aussagen sind zu be- gründen und mit Beispielen zu belegen.
– Sprachökonomie. Jedes „Schwafeln“ und unnötige Wiederholungen verringern die Aufmerksamkeit der Zuhörer.
– Partnerorientiertheit. Der Kenntnisstand und das Verhalten der Adressaten (Mit- schüler, Lehrer, Bauherr, Chef usw.) ist zu berücksichtigen.
– Sprachrichtigkeit im Sinne des grammati- schen und lexikalischen Systems. Je besser die Inhalte beherrscht werden, desto besser wird zwangsläufig das Sprachverhalten.
Visualisierung. Beschränken Sie sich mög- lichst nie auf eine ausschließliche Textdoku- mentation bzw. einen ausschließlich mündli- chen Vortrag. Nutzen Sie bildhafte Darstellun- gen (Visualisierungen).
Vorteile:
– bildhafte Darstellungen sind verständlicher und werden schneller aufgefasst,
– die Gedächtnisleistung wird um ein Vielfa- ches verbessert.
Neben den technischen Zeichnungen werden heute immer mehr Diagramme (Excel), Schau- bilder, Folien, Karten, Fotos sogar Tondoku- mente eingesetzt.
Das Auftreten des Vortragendenist eines der wichtigsten Kriterien:
– Suchen Sie immer Blickkontakt mit den Zuhörern. Schauen Sie nicht zur Folie an der Wand.
– „Kleider machen Leute“, überprüfen Sie ihr Äußeres.
– Stehen Sie ruhig. Nutzen Sie aber Gestik und Mimik. Üben Sie ihr Auftreten vor ei- nem Spiegel.
Projektordner. Dokumentationen sind in einem übersichtlichen Projektordner zusam- menzufassen, der (mindestens) mit
1. Titelblatt,
2. Teilnehmerverzeichnis, 3. Inhaltsverzeichnis
4. Ergebnisprotokollen einschließlich Visuali- sierungen,
5. einem Fazit ausgestattet ist.
Powerpoint ist heutzutage das Standardpro- gramm, um Präsentationen und Folien schnell und professionell aufzubereiten. Texte, Bil- der, Videos, Animationen und Klangfolgen werden auf Folien abgelegt und in einer fest- gelegten Reihenfolge und Geschwindigkeit gespeichert und wiedergegeben. Mit Hyper- links kann man zudem quer durch das Doku- ment „springen“. Damit ist man an die festge- legte Reihenfolge nicht mehr gebunden und kann eigene Argumentations- und Präsentati- onsketten aufbauen.
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Die inhaltliche Formulierung – die eigentliche qualitative Arbeit – kann aber kein Programm abnehmen. Die Denkarbeit muss der Anwen- der leisten.
Damit der Empfänger gleichzeitig lesen und zuhören kann, nicht abgelenkt wird und auch in der hintersten Reihe noch alles lesen kann sind bei der Gestaltung folgende Grundsätze einzuhalten:
– Querformat erleichtert die Lesbarkeit und den Aufbau
– nicht bis zum Rand beschriften – max. 8 Informationen pro Folie
– möglichst nicht mehr als 6 Wörter pro Zeile
– Fließtext und Blocksatz nur in Ausnahme- fällen (einzeilig)
– Schriftgröße mind. 20pt – Zeilenabstand mind. 1,5
– max. 3 Schriftgrößen, Schriftarten, Schrift- stile und Schriftfarben
– optische Bezüge verwenden (Pfeile, Auf- zählungszeichen)
Powerpoint ist aber nicht nur ein Programm, um den PC als Diaprojektor für Präsentationen zu benutzen. Genauso können Folien für Ta- geslichtschreiber, Vorlagen für Besprechungen usw. erstellt werden. Zur Einarbeitung befindet sich auf der Buch-CD im Lernfeld 2 ein Grundkurs Powerpoint mit vielen Aufgaben und Übungen.
Aufgaben zu Lernfeld 2
1. In welche drei großen Gruppen lassen sich alle Gesteine nach Alter und Herkunft einteilen?
2. Ordnen Sie die folgenden Gesteine ein: Marmor, Kalkstein, Gabbro, Granit, Kreideschlamm, Basalt, Grauwacke, Gneis.
3. Wie groß ist die Wasseraufnahme in %, wenn sich das Gewicht der folgenden untersuchten Steine nach Wasserlagerung wie folgt erhöht?
a) Betonpflasterstein von 3,565 kg auf 3,672 kg b) Granitpflasterstein von 5,320 kg auf 5,373 kg c) Klinker von 2,876 kg auf 3,005 kg
4. In einem Wohngebiet mit einer Bruttofläche von 7,8 ha ist ein Kinderspielplatz und ein Kiosk anzulegen.
Der Kinderspielplatz soll eine Größe von 2 % der zulässigen Geschossfläche haben Die GFZ beträgt 1,2.
a) Wie groß darf der Kinderspielplatz sein?
b) Auf dem daneben liegenden Grundstück soll ein Kiosk mit 8-eckiger Grundfläche und einer jeweili- gen Seitenlänge von 5 Metern gebaut werden. Dafür soll die Baugrube abgesteckt werden und das Auffüllmaterial berechnet werden. Wie viel m2Oberboden sind abzutragen, wenn zu den Baugru- benabmessungen ein zusätzlicher Streifen von 5 m Breite ringsum abzustecken sind?
5. Der Auftraggeber plant den Bau eines Entwässerungsgrabens. Ihre Firma bekommt den Auftrag und Sie sollen die notwendigen Planunterlagen erstellen. Sie erhalten einen Nivellementsauszug (von Station 0 + 000 bis Station 0 + 150) und sollen nun beginnen.
a) Berechnen Sie das Nivellement nach „steigen“ und „fallen“.
b) Berechnen Sie die nivellierten Geländehöhen.
Höhenunterschied Station Rückblick
(m) Vorblick (m)
+ steigen – fallen Höhe in m NN Absolute Sohlhö-
he m NN Tiefe (m)
0 + 000 2,666 ---- 63,140
0 + 025 2,895 2,840
0 + 050 1,743 2,666
0 + 075 2,531 2,301
0 + 100 3,092 2,279
0 + 125 2,337 2,985
0 + 150 ---- 1,840
Summe
•h= •h=
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c) Berechnen Sie die absoluten Sohlhöhen (in m ü. NN, wenn die projektierte Sohlhöhe an der Station 0 + 000 = 61,540 m ü. NN beträgt. Das Grabengefälle beträgt 0,5 %.
d) Berechnen Sie für den Baugeräteführer die Grabentiefen. An der Station 0 + 000 beträgt die Graben- tiefe 1,60 m.
e) Zeichnen Sie den Längsschnitt im Maßstab 1 : 1000/100
f) Zeichnen Sie ein Querprofile im Maßstab 1 : 100 an der Station 0 + 000. (Böschungsverhältnis 1 : 1,5 und Sohlbreite 0,80 m)
6. Unterscheiden Sie Vektor- und Pixelgrafik am Beispiel einer Linie.
7. Welche Vorteile bietet die Vektorgrafik? Warum kann ein CAD-Programm nur Vektorgrafiken erzeu- gen?
8. Warum beinhalten CAD-Programme zunehmend auch Funktionen der Pixelgrafik?
9. Warum entscheiden durchdachte Vorlagedateien über ökonomisches Arbeiten?
10. Welcher Unterschied besteht in der EDV zwischen den Begriffen Funktion und Methode?
11. Welche Vorteile bieten 2-Bildschirmsysteme bzw. das Arbeiten mit mehreren Fenstern/Ansichten?
12. Welcher Unterschied besteht zwischen absoluten, relativen und polaren Koordinaten?
13. Was sind Hilfskoordinatensysteme? Wann sind sie sinnvoll einzusetzen?
14. Über welche Positionierungsfunktionen verfügen CAD-Systeme?
15. Über welche geometrischen Grundelemente verfügt ein CAD-System?
16. Über welche Eingabemethoden kann die Funktion < Linie platzieren > verfügen?
17 Welche Standard-Eingabemethoden gibt es bei der Kreiseingabe?
18. Skizzieren Sie 2 Bögen im Koordinatensystem! Denken Sie an die Winkeldefinition und Drehrichtung!
a) Anfangswinkel 90°, Öffnungswinkel 45°
b) Anfangswinkel 180°, Endwinkel 270°,
19. Drucken Sie sich die Aufgabenblätter Geometrische Grundkonstruktionen 1-3 CD\Lernfeld 2 aus.
20. Lösen Sie die Aufgaben traditionell. Bei Problemen drucken Sie sich die Hilfsdatei aus.
21. Lösen Sie anschließend die Geometrische Grundkonstruktionen 1-3 mit Hilfe des CAD.
22. Welche Möglichkeiten der Messdatenübernahme bieten die neuen Technologien?
23. Warum sollten Messdaten absolut und nicht relativ eingegeben werden?
a) Auf der CD befinden sich im Lernfeld 2 die Dateien Lageplan_Koordinaten.doc und Lage- plan_Koordinaten.txt. Überprüfen Sie, ob diese Koordinaten eingelesen werden können. Erzeugen Sie anschließend den bereits im Lernfeld 1 traditionell gezeichneten Lageplan, indem die Punk- te/Koordinaten lediglich verbunden werden.
24. Auf der CD\Lernfeld 2 befinden sich die Dateien Koordinaten_radweg in unterschiedlichen Dateiforma- ten. Versuchen Sie diese Koordinaten einzulesen. Im Lernfeld 1 finden Sie das Ergebnis.
25. Welche Vorteile bieten Visualisierungen?
26. Worauf ist bei einer jeden Präsentation zu achten?
27. Lösen Sie die Aufgaben der Datei CD\Lernfeld2\Powerpoint. Schauen Sie sich auch die Präsentationen zum Berufsbild und zur Prüfung des Bauzeichners an. Setzen Sie sich mit der Denkmalschutzabteilung ihrer Stadt/ihres Kreises in Verbindung. Es gibt kontinuierlich Bauwerke, die zu vermessen und zu do- kumentieren sind. Erstellen Sie von diesem Bauwerk eine Fotodokumentation, Bestandszeichnungen, Vermessungsgrundrisse. Ermitteln Sie GRZ und GFZ.
Projektaufgabe:
28. Setzen Sie sich mit dem Planungsamt Ihrer Stadt oder Ihres Kreises in Verbindung. Fragen Sie nach geplanten Neubaugebieten und erstellen Sie eine umfangreiche Bestandsanalyse. Machen Sie einen Vor- schlag für einen Bebauungsplan.
a) Kennenlernen des Baugebietes
b) Beschaffung der Baupläne für das zu überplanende Gelände c) Fotodokumentation
d) Erarbeitung von Strukturdaten e) Anwohnerbefragung
f) Erarbeitung spezieller Probleme des Baugebietes
g) Erarbeitung von Vorgaben des Grünordnungsplanes, Flächennutzungsplanes h) Verkehrsanbindung
i) Nach Abschluss sämtlicher Voruntersuchungen Erarbeitung eines möglichen Bebauungsplanes
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